7 untergetauchte Burschen aus Drasenhofen wieder da

Das Haus St. Gabriel in Maria Enzersdorf.
Das Haus St. Gabriel in Maria Enzersdorf.Bild: Thomas Lenger
Mittlerweile sind laut Caritas 16 minderjährige Flüchtlinge in St. Gabriel – sieben (kurz untergetauchte) Burschen sind jetzt dazugekommen.
Auch jene sieben, kurzfristig untergetauchte, Teenager sind jetzt laut Caritas ins Heim St. Gabriel (Maria Enzersdorf, Bezirk Mödling) gekommen. Klaus Schwertner (Caritas) berichtet: "Einer erzählte uns, dass er gleich am zweiten Tag aus Drasenhofen weggelaufen ist, weil er noch eine Prüfung gehabt hatte und einfach Angst hatte, seinen Schulplatz zu verlieren. Jetzt hat er die Matheprüfung absolviert und ist nach St. Gabriel gekommen."

Engmaschige Betreuung

Auch mit Mödlings Bürgermeister Hans Stefan Hintner (Anm.: der mit einigen besorgten Bürgern konfrontiert war) hatte Klaus Schwertner mittlerweile schon Kontakt: "Die Betreuung ist jetzt engmaschiger als damals. Die Teenager haben jetzt eine 24-Stunden-Betreuung", versichert der Caritas-Geschäftsführer. Und Schwertner betont: "Nur zwei junge Flüchtlinge haben laut meiner Informationen einen rechtskräftig negativen Asylbescheid in zweiter Instanz und nicht fast alle."

Einige Vorstrafen

Wie berichtet war das Heim Drasenhofen am Freitag geschlossen worden, neun Jugendliche kamen noch am Freitag wieder nach St. Gabriel (Anm.: wo sie schon einmal waren, bis Juni 2018 waren 40 minderjährige Asylwerber in St. Gabriel). Acht (6 aus Afghanistan, 1 aus Irak, 1 aus Ghana) der neun jungen Männer (Anm.: nur ein 17-Jähriger Iraker, siehe nächster Absatz, hat keinen polizeilichen bzw. gerichtlichen Eintrag), die am 30.11. wieder nach Maria Enzersdorf kamen, sind strafrechtlich schon ein- oder mehrmals in Erscheinung getreten - wegen schwerer Körperverletzung, geschlechtlicher Nötigung, gefährlicher Drohung, Nötigung, Widerstand gegen die Staatsgewalt, Suchtmittelhandel, Sachbeschädigung. Vier der neun Männer sind übrigens am 1. Jänner geboren. Und darum waren auch einige Politiker und Bürger im Bezirk Mödling wenig begeistert über die Rückkehr der jungen Männer ("Heute" berichtete).

Laut "Standard" erzählte ein junger Iraker (17) über seine vier Tage in Drasenhofen: "Es kam mir vor wie vier Jahre. Wir bekamen nur Käse und Putenfleisch. Es gab nichts zu tun, außer Rauchen. Neun Packerl Zigaretten habe ich dort geraucht." Und um sechs Uhr wurde er zum Frühstück aus dem Bett geholt. "Obwohl ich eigentlich nie frühstücke", so der unbescholtene 17-Jährige. Der 17-Jährige sei jetzt froh, wieder in St. Gabriel zu sein und sich frei bewegen zu können.

CommentCreated with Sketch.56 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Einzelfälle werden weder von Caritas, noch von Waldhäusl kommentiert. Ob noch Burschen aus Drasenhofen fehlen und wenn, wieviele, ist unklar. Die Situation ist relativ unüberschaubar.

Betreiberfirma in Drasenhofen

Die Betreiberfirma in Drasenhofen heißt übrigens „ASOB Asyl Sonderbetreuungs GmbH" ("Heute" berichtete). Vor Kurzem hieß sie noch „SLC Tischlermeister GmbH", wie ein Firmenbuchauszug und Recherchen der Plattform "Fairness-Asyl" zeigen. Geschäftsführer ist Christian Kogler, der – wie auch der "Kurier" berichtet – 16 Jahre lang SP-Bürgermeister von Puchenstuben war. Ende 2015 hatte er sich aus der Politik zurückgezogen. Ihm wurden immer wieder Anfeindungen entgegengebracht, er sei ein "Gutmensch".

2016 hatte Kogler gemeinsam mit dem in Asylunterkunften ebenfalls bekannten Herbert Eder die Geschäftsführung der SLC Asylcare GesmbH übernommen. Kogler legte im November die SLC Asylcare-Geschäftsführung nieder, vor zwei Wochen soll er Eder die SLC Tischlermeisterei GmbH abgekauft haben, "weil er sein eigenes Projekt machen wollte", so Eder zum "Kurier". Vom Quartier Drasenhofen distanziere sich Eder. (Lie)

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