Noch am Vergleichstag vor einer Woche, dem 1. Jänner 2022, sah alles nicht ganz so schlimm aus: 3.608 Neuinfektionen wurden am Neujahrstag österreichweit gemeldet, dazu kamen 16 Tote. Nun, exakt eine Woche später, haben sich die Infektionszahlen aber verdoppelt: Am Samstag melden die Ministerien 7.405 Corona-Neuinfektionen und 14 Todesfälle. Der Wochenüberblick zeigt: Täglich werden mehr als doppelt so viele Corona-Fälle wie noch in der Vorwoche verzeichnet.
Burgenland 104 Neuinfektionen und 0 Tote
Kärnten 402 Neuinfektionen und 0 Tote
Niederösterreich 1.092 Neuinfektionen und 6 Tote
Oberösterreich 981 Neuinfektionen und 3 Tote
Salzburg 887 Neuinfektionen und 0 Tote
Steiermark 609 Neuinfektionen und 2 Tote
Tirol 1.043 Neuinfektionen und 2 Tote
Vorarlberg 327 Neuinfektionen und 0 Tote
Wien 1.960 Neuinfektionen und 1 Toter
Erste Bundesländer schlagen aufgrund der Situation bereits Alarm: In Salzburg hat sich die Inzidenz innerhalb kürzester Zeit verfünffacht, in Flachau (Pongau) liegt sie knapp unter der 10.000er-Marke. Das Bundesland geht davon aus, dass sowohl Tests als auch das Contact Tracing ab Montag problembehaftet sein können – bis hin zum Kollaps. In Oberösterreich rechnet man mit einer Inzidenz von 5.000 (bisheriger Höchstwert rund 1.700). Und: Bundesweit werden Hunderte Patienten in den Spitälern erwartet.
Derzeit hat die Corona-Meldung der Ministerien aber noch einen positiven Aspekt zu bieten: Eine Spitalsflut an Patienten ist nicht erkennbar. In den jüngsten 24 Stunden konnten zwei Corona-Patienten die Normalstation des Spitals verlassen, auf Intensivstationen sind es gleich um sieben Patienten weniger. Insgesamt werden aktuell 271 Patienten auf Intensivstationen und 649 auf Normalstationen mit Corona-Symptomen behandelt. 61.239 Infizierte befinden sich aktuell in Quarantäne.
Ein Lockdown ist derzeit trotzdem nicht in Sicht, die Regierung reagiert aber mit Verschärfungen. Der Lockdown für Ungeimpfte wurde bereits verlängert, geht nun bis zum 20. Jänner 2022. Außerdem herrschen ab sofort neue Quarantäne-Spielregeln: Jetzt gibt es keine Unterscheidung zwischen K1 und K2 bei Kontaktpersonen mehr. Das heißt: Nun ist man keine Kontaktperson mehr, wenn man drei Mal geimpft ist oder alle Beteiligten eines Treffens eine FFP2-Maske getragen haben.
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Das gilt übrigens auch für Kinder, die sich noch nicht boostern können. Alle, die dennoch in die Kontaktpersonen-Regelung fallen, können sich am fünften Tag der Quarantäne mit PCR-Tests freitesten. Kontaktpersonen in der kritischen Infrastruktur wiederum können mit einem täglich gültigem Test und FFP2-Maske auch weiterhin arbeiten gehen. Und sogar auf Corona positiv getestete Personen können sich ab dem fünften Tag der Quarantäne freitesten.
Am 11. Jänner folgt der nächste Verschärfungsschritt in Österreich. Dann gilt eine FFP2-Maskenpflicht auch im Freien, wo kein 2-Meter-Abstand möglich ist, beispielsweise in Fußgängerzonen, Warteschlangen, Gruppenansammlungen (Ausnahme für engste Angehörige wie Partnerin oder Partner sowie Kinder), also theoretisch überall, wo Menschen unterwegs sind. Die Bundesländer können zusätzlich eine Maskenpflicht auf stark frequentierten Plätzen verordnen.