Ein Fußball-Abend außer Kontrolle! Beim Zweitliga-Spiel zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC kam es zu massiven Ausschreitungen – gleich 750 Polizisten mussten ausrücken, um die Lage unter Kontrolle zu bringen.
Der sportliche 1:0-Sieg der Berliner geriet dabei völlig in den Hintergrund. Zwei Spielunterbrechungen, Pyrotechnik und ein Platzsturm sorgten für einen Skandal, der weit über das Ergebnis hinausgeht.
Die Situation eskalierte, als plötzlich Anhänger beider Teams über die Zäune kletterten. Vermummte Dynamo-Fans rannten quer über das Spielfeld in Richtung Hertha-Block – es kam zu einer regelrechten Pyro-Schlacht zwischen den Lagern.
Schiedsrichter Sven Jablonski reagierte besonnen, unterbrach die Partie und schickte beide Mannschaften in die Kabinen. Für sein Auftreten in der hitzigen Situation erhielt er im Anschluss Lob von beiden Trainern. Währenddessen versuchten Einsatzkräfte verzweifelt, die Lage zu beruhigen und die Dresdner Fans zurückzudrängen. Im Chaos wurde auch eine Hertha-Fahne verbrannt.
Die Polizei zog nach den Vorfällen eine ernüchternde Bilanz: Mehr als ein Dutzend Ermittlungsverfahren wurden eingeleitet – unter anderem wegen Landfriedensbruch, gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung, Beleidigung und Ticketbetrug. Ob Fans beider Lager betroffen sind, ist noch unklar.
Hertha-Coach Stefan Leitl rang nach dem Spiel um Worte: "Ich wurde angesprochen, was überwiegt? Ich freue mich für meine Mannschaft. Ich freue mich, dass wir das Spiel gewonnen haben, denn es geht um den Sport. Alles andere hat auf dem Fussballplatz nichts verloren. Für Fussball-Deutschland ist es schon sehr enttäuschend, was heute Abend hier leider in Dresden passiert ist."
Auch bei Dynamo zeigte man sich betroffen. Sportgeschäftsführer Sören Gonther sagte: "Wir stehen da alle so ein bisschen unter Schock, weil wie gesagt, wir wollen Fussball spielen und nichts anderes."