Wie denkt Österreich über die Klimakrise? Aufschluss gibt die "Klima-Umfrage 2024" der Umweltinitiative Mutter Erde, der Umweltschutzorganisation Greenpeace und dem Marktforschungsinstitut Integral.
Die Studie zeigt: Eine klare Mehrheit der Bevölkerung (81 Prozent) sieht die "Notwendigkeit konkreter Gegenmaßnahmen" und fordert politische Taten. Erstaunliche drei Viertel der Befragten (75 Prozent) geben an, sich künftig "klimafreundlicher verhalten" zu wollen.
Diese aufschlussreichen Zahlen sollte Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) bei seiner bevorstehenden Regierungsbildung wohl im Hinterkopf behalten, heißt es.
"Die multiplen Krisen der letzten Jahre haben das Thema Klimawandel überschattet. Trotzdem ist die große Mehrheit der Befragten weiterhin interessiert und sieht konkrete Klimaschutzmaßnahmen als notwendig an", so Bertram Barth, Chef des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Integral.
Allerdings fühlen sich laut der Studie viele Menschen noch unzureichend über die Sinnhaftigkeit einzelner Maßnahmen informiert. Besonders die "moderne Mitte unserer Gesellschaft" sei besorgt und benötige "nachvollziehbare Informationen und Handlungsempfehlungen".
Auch beim Thema Verkehr kommt Bewegung in die "Volksmeinung": Mehr als drei Viertel der Befragten (78 Prozent) würden eine Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Bahntickets und öffentlichen Verkehr befürworten.
Je 68 Prozent halten das Abschaffen von Öl- und Gasheizungen sowie höhere Preise für klimaschädliche Produkte für sinnvoll. Immerhin 30 Prozent stimmen zu, dass ab 2035 keine neu gebauten Autos mit Verbrenner-Motor in Europa zugelassen werden sollen.
„Die nächste Regierung muss aus den fossilen Energien aussteigen, klimaschädliche Subventionen streichen und stattdessen in Öffis investieren.“Adam PawloffGreenpeace-Programmdirektor
"Die Menschen sind bereit für die klimafreundliche Wende. Der Handlungsauftrag für die Politik ist klar: Die nächste Regierung muss aus fossilen Energien aussteigen, klimaschädliche Subventionen streichen und stattdessen in Öffis investieren", so Greenpeace-Programmdirektor Adam Pawloff.
Mehr als drei Viertel (78 Prozent) der im Jahr 2024 Befragten sehen einen Zusammenhang zwischen Wetterextremen und dem Klimawandel, 11 Prozent der Befragten gaben an, bereits von extremen Wetterereignissen betroffen gewesen zu sein.
Mehr als ein Viertel (27 Prozent) schätzt die Gefahren von Hagel, Dürre oder Hochwasser als hoch ein. Auch interessant: Nur 4 Prozent der Bevölkerung meint, dass sie und ihr Umfeld zukünftig nicht durch Extremwetter bedingte Schäden betroffen sein werden.
Obwohl das Interesse an Klimathemen hoch ist - 69 Prozent der Befragten interessieren sich für das Thema - fühlen sich nur 13 Prozent der Befragten sehr gut über den Klimawandel und notwendige Klimaschutzmaßnahmen informiert.
Die Hälfte der Befragten fühlt sich mittelmäßig bis gar nicht gut informiert. Dies will die "Mutter Erde" ändern.
„Unser Ziel ist es, Österreich über den Klimawandel und seine komplexen Folgen zu informieren sowie Lösungen und Auswege aufzuzeigen”, sagt Anita Malli, Geschäftsführerin der Umweltinitiative.
Die Herausforderung liege darin, dass "die Menschen weiterhin interessiert bleiben, statt sich abzuwenden". Die Auswirkungen des Klimawandels werden noch größer werden und wir werden uns anpassen müssen", so Malli.
Der neue "Mutter Erde"-Schwerpunkt namens "Wasser ändert alles" bietet von 25. Oktober bis 4. November Gelegenheit, in die spannende Materie von Umwelt, Klima und Naturschutz einzutauchen. Dieser findet von 25. Oktober bis zum 4. November statt. Mehr unter muttererde.at
Die Umweltinitiative "Mutter Erde" wurde vor zehn Jahren vom ORF und Umweltschutzorganisationen ins Leben gerufen. Ziel ist es, Nachhaltigkeit zum Thema zu machen, zu informieren und Spenden für Umweltschutzprojekte zu sammeln.