86% türkischstämmiger Kinder armutsgefährdet

Vor allem die Kinder von Zuwanderern sind armutsgefährdet. (Symbolbild)
Vor allem die Kinder von Zuwanderern sind armutsgefährdet. (Symbolbild)Bild: picturedesk.com
Erschreckende Zahlen zeigt der Kinderarmutsbericht der EU-Grundrechteagentur (FRA) für Österreich. Es bestehe jede Menge Aufholbedarf.

Was alle EU-Länder laut bericht gemeinsam haben: die Gefahr, in Armut zu verfallen, ist bei allen Kindern von Immigranten weit höher als bei Kindern der jeweiligen Landesbevölkerung. Besonders dramatisch ist die Situation aber in Österreich. So sind je 86 Prozent der türkischstämmigen Kinder und jener aus Sub-Sahara-Regionen hierzulande armutsgefährdet.

Dem stehen 23,3 Prozent armutsgefährdete österreichische Kinder gegenüber. Zum Vergleich: In Dänemark sind "nur" 38 Prozent der türkischstämmigen Kinder armutsgefährdet, in Deutschland sind es 42 Prozent. Die Studie umfasst dabei Personen bis 18 Jahre. "Generell leben Kinder von Immigranten trotz ihrer hohen Armutsgefährdung weniger oft in ärmlichen Verhältnissen als Roma-Kinder", heißt es weiter.

Empfehlungen für Österreich

Die Studie stellt auch Lösungsansätze vor. So steht in den Empfehlungen für Österreich: "Verbesserung der Arbeitsmarktergebnisse für Frauen, auch mithilfe von Vollzeitbetreuung für Kinder" sowie "Förderung einer inklusiven Bildung, insbesondere für Kinder mit Migrationshintergrund".

"Die Zahl der armutsgefährdeten Menschen in Wien ist erschreckend", so Wiens FPÖ-Vizebürgermeister Dominik Nepp. "Immer mehr Menschen in der Bundeshauptstadt können sich das tägliche Leben kaum noch leisten." Er sieht die Wiener Stadtregierung gefordert und verweist auf die "positiven Entlastungsmaßnahmen der Bundesregierung".

Einer der Hauptgründe für Kinderarmut in Ein-Eltern-Haushalten "sind zu geringe oder fehlende Unterhaltszahlungen. Daher muss die Unterhaltssicherung eingeführt werden", fordert Maria Stern, Parteichefin der Liste Pilz.

Die SPÖ wiederum sieht die Regierung gefordert: "Der Rückgang der Arbeitslosigkeit auch in Wien ist zwar Grund zur Freude, aber noch lange nicht zufriedenstellend. Deshalb unterstützen wir mit unserer Politik in Wien die Menschen, die von Armut bedroht sind. Mit Kürzungen erreicht man gar nichts. Wir helfen damit denen, die von Schwarz-Blau keine Hilfe zu erwarten hätten", so SPÖ-Gemeinderätin Gabriele Mörk. (rfi)

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