"Warum sind Sie so ein grantiger Mensch?"

Gestern gingen die ersten TV-Duelle zur EU-Wahl im ORF über die Runde. "Heute.at" analysiert die acht direkten Duelle der Spitzenkandidaten.
Kogler gegen Voggenhuber – Viel Vergangenheit und Ärger über „Wordrap"



Genervt waren die Ex-Parteifreunde Voggenhuber (Jetzt) und Kogler (G) vom Thema gemeinsame Vergangenheit. Bei den Punkten Umwelt und Soziales konnte sich Kogler den Seitenhieb nicht verkneifen, dass Voggenhuber seit zehn Jahren nicht mehr im EU-Parlament sitzt. Voggenhuber wiederum missfiel die kurze Antwortmöglichkeit.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Gamon gegen Vilimsky – Ein intensives Duell der zwei „Lieblingsgegner"



Vilimsky (FP) und Gamon (Neos) „schätzen" einander. Bei der Frage, wie sie die EU verändern würden, war davon aber nur wenig zu spüren. Gamon fordert „Vereinigte Staaten von Europa", Vilimsky will EU-Kompetenzen „zurückholen". Lustig: Gamon schenkte Vilimsky ein „EU-Groupie"-Shirt. So hatte sie FP-Chef Strache genannt.

Schieder gegen Kogler – Rot-grüne Differenzen beim Thema Migration



Das Duell Schieder (SP) gegen Kogler drehte sich nur um Migration. Schieder nützte das für Kritik an Türkis-Blau. Kogler hielt der SP aber die Zeit unter Kanzler Faymann und die rot-blaue Koalition im Burgenland vor: „Es gibt eine Plakat-SPÖ: links blinken, rechts abbiegen." Schieder: „Ich verstehe nicht, warum er die Unterschiede hervorstreicht."

Karas gegen Gamon – Gamon und Karas im Paarlauf der Solisten

Karas gegen Gamon – Gamon und Karas im Paarlauf der Solisten.

"Da steh' ich nun, ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor", schreibt Goethe im Faust. Der Mann muss das Duell Gamon gegen Karas (VP) gesehen haben. Beide sind Parade-Europäer, beide wollen liberale Demokratie. Nur beim EU-Urheberrecht gab's Differenzen. Die junge Wilde Gamon ist dagegen, Väterchen Karas dafür.

Voggenhuber gegen Schieder – EU-Krise und die Rolle der Sozialdemokratie



Ruppig zur Sache ging es im Duell Schieder gegen Voggenhuber. Letzterer nutzte Fragen zu Brexit und Griechenland für Angriffe auf die „mitverantwortliche" SP. Schieder reagierte beleidigt: „Warum sind Sie so ein grantiger Mensch geworden?" Einig war man sich bei EU-Volksabstimmungen: Beide wollen diese künftig bei „großen Reformen".

Vilimsky gegen Kogler – Unmoralisches Angebot und Putin als Financier



Beim Punkt Klimawandel schlug Vilimsky Kogler eine „gemeinsame Achse" in Sachen Tiertransporte vor. Das stieß bei Kogler auf verhaltenes Interesse. Untergriffig wurde es beim Block Energie und Atom. Da warf Kogler der FP vor, von Russlands Präsident Putin und der Gaswirtschaft abhängig zu sein. Vilimsky: „Unfair. Aber gut, es ist Wahlkampf."

Schieder gegen Gamon – Zankapfel Neutralität und der Mindestlohn



Die Liberale gibt den Militärfan: Gamon fordert eine EU-Armee. Schieder beschwört stattdessen die Neutralität: An ihrem Wesen soll Europa genesen. Schieder will eine Sozial-Union mit Mindestlöhnen, Gamon nicht. Sie will dafür mehr Jobs schaffen. Der Mindestlohn verleite Unternehmer, nicht mehr als gerade nötig zu zahlen.

Voggenhuber gegen Karas – Karas' Parteispenden und eine Abwesende



„Ich habe keine Parteispenden bekommen", gestand Karas beim Thema Lobbying und Transparenz. Voggenhuber ging darauf ein, dass ursprünglich Staatssekretärin Edtstadler – Vertreterin der türkisen VP – als Duellantin vorgesehen war: „Die Riege hinter Karas steht nicht hinter Karas. Das ist ja die Tragödie seiner Kandidatur."

(mr)

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