9-Stunden-Arbeitswoche könnte das Klima retten

Ist eine drastische Reduktion der Arbeitszeit notwendig, um möglichst nachhaltig zu handeln?
Ist eine drastische Reduktion der Arbeitszeit notwendig, um möglichst nachhaltig zu handeln?Bild: iStock
Besteht eine Notwendigkeit für das Klima, Arbeitszeit zu reduzieren? Wissenschaftler errechnen die nachhaltigste Anzahl an Stunden.
Seit John Maynard Keynes, einer der bekanntesten Ökonomen des 20. Jahrhunderts und Begründer des Keynesianismus, optimistischer Zukunftsvision, in der die Arbeitszeit sich aufgrund des technologischen Fortschritts drastisch reduzieren würde, sind über 70 Jahre vergangen.

Bis jetzt ist diese Vision noch nicht eingetreten. Gerade scheint es sich eher in die Gegenrichtung zu entwickeln. 30 Prozent der Unternehmen in Österreich haben bereits den 12-Stunden-Tag eingeführt. Zwar gibt es theoretische Bestätigungen seines Modells und zahllose Studien, die eine geringe Stundenanzahl als optimal ansehen, aber die Anforderungen der Realität sind noch andere. Eine neue Studie setzt nun auch das Klima in Zusammenhang mit der Arbeitszeit und kommt zum Ergebnis: Auch für das Klima wäre es gut, weniger zu arbeiten. Ein Wissenschaftler errechnet eine klimafreundliche 9-Stunden-Arbeitswoche.

Mehr Arbeitszeit führt irgendwann zu mehr Fehlern



Historiker Rutger Bregman hält dem aktuellen Anstieg an Arbeitszeit entgegen, dass alle Probleme durch reduzierte Arbeit gelöst würden. Sein Buch "Utopien für Realisten" führt die Vorteile dieser Theorien vor. Seine These: Mehr Arbeitszeit führe ab einem gewissen Punkt nicht mehr zu mehr Produktivität, sondern zu mehr Fehlern. Daneben glaubt er, dass mit einer gesteigerten Grundzufriedenheit sich auch das Konsumverhalten verändern und massiv abflachen würde.

CommentCreated with Sketch.7 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Philipp Frey, der in Karlsruhe zu Bereichen der Digitalisierung von Arbeit und der Frage nach dem Beschäftigungsniveau forscht, vertritt eine ähnliche Meinung. Er errechnete in Zusammenarbeit mit anderen Wissenschaftlern die Treibstoffemissionen der Länder auf Basis ihrer Kohlenstoffintensität. Damit ließ sich berechnen, wie stark eine Arbeitsstunde das Klima belastet.

(GA)

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