Bittere Nachrichten für viele Mitarbeiter im Stubaital: Die Veritas Austria GmbH, ein Traditionsbetrieb aus der Autozulieferer-Branche, schließt mit Ende des Jahres ihr Werk in Mieders. Von dem Aus sind 80 bis 90 Mitarbeiter betroffen.
Es ist ein weiteres trauriges Kapitel der Industrie: Die Produktion soll künftig in einem Land mit deutlich niedrigeren Lohnkosten stattfinden. "Die Eigentümer haben entschieden, dass die Produktion in ein Billiglohnland verlegt wird", sagte Geschäftsführer Alexander Hopf gegenüber der "Tiroler Tageszeitung" (TT).
Als einen Grund für die Schließung nennt Hopf die deutlich gestiegenen Kosten. "In den vergangenen fünf Jahren sind unsere Personalkosten um 25 Prozent gestiegen", sagt der Geschäftsführer der TT. Auf lange Sicht sei das nicht mehr tragfähig gewesen.
Der Standort in Mieders war bereits über Jahre hinweg kontinuierlich verkleinert worden. 2012 arbeiteten dort noch 330 Mitarbeiter. Nun sind nur noch 80 bis 90 Beschäftigte von der Schließung betroffen. Der Großteil von ihnen arbeitet in der Produktion, ein kleiner Teil in der Verwaltung.
Trotz sinkender Umsätze und des immer kleineren Personalstands sei der Standort in Tirol stets profitabel gewesen, betonte Hopf.
Veritas blickt auf eine lange Geschichte zurück. Das Unternehmen wurde bereits 1849 als Berliner Gummiwarenfabrik gegründet und entwickelte sich später zu einem international tätigen Automobilzulieferer. Seit 2005 gehört auch der Standort in Mieders zum Unternehmensverbund.
Die deutsche Veritas-Gruppe kämpfte bereits längere Zeit mit Problemen. 2020 war die Veritas AG insolvent. Im Jahr 2024 wurde das Unternehmen schließlich vom US-amerikanischen Autozulieferer HDT Automotive Solutions übernommen.