900 Sturmtote erst der Anfang: In Haiti bricht die C...

Hurrikan Matthew zieht am Samstag in abgeschwächter Form über das US-Festland. In Haiti hat der Sturm große Teile des Südwestens der Insel verwüstet. Nun trat ein, was Experten befürchteten: Die Cholera ist ausgebrochen. Dreizehn Menschen sind bereits tot. Ganze Dörfer sind zerstört und von der Umwelt abgeschnitten. Damit werden die medizinische Versorgung und eine Eindämmung der ansteckenden Krankheit fast unmöglich.

Regierungsmitarbeiter schwärmen in den betroffenen Gebieten aus, um so schnell wie möglich medizinische Einrichtungen wieder aufzubauen. Solange diese nicht einsatzfähig sind, kann nichts gegen die Ausbreitung der tödlichen Durchfallerkrankung getan werden. 

900 Sturmtote und Verwüstung

900 Menschen starben auf Haiti durch den Sturm. Die offizielle Zählung der Regierung hat erst 336 Todesopfer erfasst. Viele starben in abgelegenen Gebieten. Diese Todesopfer können erst offiziell erfasst werden, wenn Regierungsvertreter in die Gebiete vordringen konnten. Haiti hat eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen. 

Dörfer nach wie vor abgeschnitten

Ganze Dörfer sind aber nach wie vor von der Außenwelt abgeschnitten. Am Samstag schaffte es eine Hilfskraft laut "Ö1" sich in einem 14-stündigen Gewaltmarsch in eines der Dörfer durchzuschlagen. Dort fand der Helfer eine fast komplett zerstörte Gemeinde vor. 

Bisher 13 Tote, doch das ist erst der Anfang

Im Spital von Randel sind sechs Personen an der Cholera gestorben. Weiter sieben starben in Anse-d'ainault, wie "Reuters" berichtet. Grund für den Ausbruch dürfte diesmal sein, dass sich durch die Überschwemmung Abwasser ins Trinkwasser gelangte. 

62 Erkrankte: "Das Sterben hat begonnen"

Cholera kann, wenn sie nicht behandelt wird, innerhalb von Stunden töten und sich in Windeseile verbreiten. "Randel ist isoliert. Man muss erst übers Wasser, dann hoch in die Berge. Autos kommen nicht durch, Motorräder kommen nicht durch. Das Sterben hat begonnen", berichtet Eli Pierre Celestin ein Angestellter des Gesundheitsministeriums. "Es gibt nur Krankenschwestern, keine Ärzte", schildert er die Lage. Auch in Prot-a-Piment und Les Anglais wurden die ersten Cholerafälle verzeichnet. Bisher wurden 62 Erkrankte erfasst. 

 

Nach dem Erdbeben in Haiti 2010 starben rund 2.600 Menschen auf Haiti an der damaligen Cholera-Epidemie. Weit über 120.000 waren damals erkrankt. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass UN-Soldaten die Cholera eingeschleppt hatten. 

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