Österreich

99.600 Mitglieder: So geht nö. Feuerwehr mit Virus um

Heute Redaktion
13.09.2021, 14:14

99.600 Mitglieder hat die nö. Wehr – ein hohes Risiko für jeden Freiwilligen. Sogar für den erfahrenen Feuerwehrchef Didi Fahrafellner ist COVID-19 eine neue Herausforderung.

Der nö. Feuerwehrchef Dietmar Fahrafellner war im Katastropheneinsatz in Bosnien, erlebte in Slowenien den totalen "Blackout", war zig Male im Hochwassereinsatz in verschiedenen Bundesländern, stand als Einsatzleiter bei der Gasexplosion mit fünf Toten in St. Pölten ("Heute" berichtete) an vorderster Front, war auch bei der Gas-Katastrophe von Wilhelmsburg mit zehn Toten im Jahr 1999 unermüdlich im Einsatz, bekämpfte Hunderte Brände, zahlreiche Großbrände, stand eben erst im 24-Stunden-Dienst in der Nacht auf Mittwoch zwei Mal im Einsatz (mehr dazu hier), doch der unsichtbare Feind "Corona" ist auch für den Floriani-Haudegen neu.

"Große Gefahr"

"Abseits der Gesundheitsgefahr droht durch eine rasche Verbreitung des Virus ein Totalausfall von Feuerwehren. Ein einziges infiziertes Mitglied kann dazu führen, dass eine ganze Mannschaft in Quarantäne muss. Und das müssen wir auf alle Fälle verhindern", sagt Fahrafellner, der natürlich auch Chef der St. Pöltner Wehr ist.

Die Stadtfeuerwehr St. Pölten hat jedenfalls mit rigorosen Maßnahmen auf diese Gefahren reagiert. Die 120 Mitglieder starke Feuerwehrtruppe wurde in drei Gruppen (A,B,C) zu je 40 Mitgliedern aufgeteilt, wovon jeweils zwölf im Dienst sind. Jede Gruppe ist 24 Stunden in Einsatzbereitschaft und hat danach 48 Stunden frei. Um im Einsatz vor einer Infektion geschützt zu sein, wurde jedes einzelne Feuerwehrmitglied mit Schutzmaske und Brille ausgestattet. Sollte dennoch ein Infektionsfall auftreten, wurde ein eigener, abgeschotteter Quarantänebereich geschaffen.

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Isolation und dennoch ein Team

Selbst die Ablöse jener zwölf Mitglieder, die in der Feuerwehrzentrale ihren Einsatzdienst verrichten, erfolgt abgeschottet – durch jeweils separate Ein- und Ausgänge. Sogar geschlafen und gegessen wir separiert. Die im Dienst befindlichen Mitglieder nächtigen in Einzelzimmern und dürfen ihre Speisen und Getränke auch nur alleine am Tisch einnehmen.

"Wir haben alles unternommen, um nicht nur die Einsatzbereitschaft aufrecht zu erhalten, sondern unseren Mitgliedern auch ein Maximum an Gesundheitsvorsorge zu bieten. Ich hoffe, dass wir möglichst lange einsatzbereit bleiben. Deshalb bitte ich auch um Verständnis, dass wir derzeit auch keine fremden Personen in die Feuerwehr-Häuser lassen dürfen."

Was den Feuerwehrchef nachdenklich macht: "Ich merkte schon am dritten Tag eine gewisse Panik. Was machen diese Menschen dann am 30. Tag? Man soll die Maßnahmen maximal ernst nehmen, aber dennoch gelassen bleiben", sagt Fahrafellner unaufgeregt.