Der Airbus A320 von Germanwings war am Dienstag Vormittag von den Radarschirmen verschwunden. Ganze acht Minuten befand sich die Maschine im Sinkflug. Über die Ursache herrscht immer noch Rätselraten. Am Montag war die Maschine am Boden. Es habe Probleme gegeben. Einige Crewmitglieder weigerten sich laut "Spiegel", mitzufliegen. In der Woche vor dem Unfall war die Maschine mehrmals zwischen Düsseldorf und Wien unterwegs gewesen. Unheimlich: Im Jahr 1953 war dort ebenfalls ein Flieger abgestürzt.
Der gewesen. Unheimlich: Im Jahr 1953 war dort ebenfalls ein Flieger abgestürzt.
Der Pilot der Maschine 4U9525 der Fluglinie Germanwings von Barcelona nach Düsseldorf startete um Punkt 10.46 Uhr mit einem Sinkflug - eine Minute, nachdem der Airbus seine Reiseflughöhe von 38.0000 Fuß (rund 11.500 Meter) erreicht hatte, sagte Germanwings Direktor Winkelmann. Dann habe das Flugzeug deutlich an Höhe verloren. Um 10.53 Uhr sei der Kontakt mit dem Flugzeug abgebrochen. Einen Notruf des Piloten konnte Germanwings entgegen erster Meldungen nicht bestätigen. Der Start verlief planmäßig.
Technische Probleme: Maschine startete am Montag nicht
Am Abend bestätigte die Lufthansa einen Bericht von "Spiegel online", wonach einige Germanwings-Crews am Dienstag ihren Dienst nicht angetreten haben. Hintergrund für "die Weigerung etlicher Piloten", ihren Dienst aufzunehmen, ist nach Darstellung von "Spiegel online" offenbar, dass die Unglücksmaschine am Montag wegen technischer Probleme den ganzen Tag in Düsseldorf am Boden gestanden habe.
Laut Lufthansa wurde Problem behoben
Es habe ein Problem an der "Nose Landing Door" gegeben, bestätigte die Lufthansa-Sprecherin. Die "Nose Landing Door" ist "Spiegel online" zufolge eine Klappe, die sich am Rumpf öffnet und schließt, wenn das Bugrad aus- und eingefahren wird. "Dieses Problem ist aber behoben worden", sagte die Lufthansa-Sprecherin. Die Crews, die am Dienstag nicht fliegen wollten, hätten ausschließlich persönliche Gründe genannt. Die Sorge, dass etwas nicht in Ordnung sei, habe niemand genannt.
Das Absturzgebiet in den französichen Alpen auf 1.500 Metern Höhe ist nur schwer zugänglich. In der Region liegt noch Schnee, sie ist für Fahrzeuge nicht erreichbar.
Maschine flog mehrmals Wien an
In der vergangenen Woche machte der Airbus 320 in Europa die Runde. Laut " flog die Germanwings-Maschine Madrid, Zürich, Rom, Hamburg, Palma de Mallorca, Berlin und London an. Nirgendwo war die Maschine allerdings öfter als in Wien. Gleich acht Flüge stehen von Wien nach Düsseldorf oder retour auf dem Plan.
Am Freitag flog D-AIPX im Morgengrauen von Düsseldorf los und landete um 8.50 Uhr in Wien. Um 9.30 Uhr ging es gleich wieder retour nach Düsseldorf. Am frühen Nachmittag shuttelte der Flieger ein zweites Mal hin und retour und absolvierte die Runde am Abend noch ein drittes Mal. Um 20 Uhr Mitteleuropäischer Zeit startete das Flugzeug am Freitag zum letzten Mal aus Wien.
Rätselhafter Sinkflug
Der Grund für den Absturz eines Germanwings-Airbus war am Dienstagnachmittag weiterhin rätselhaft. Wie Geschäftsführer Thomas Winkelmann bei einer Pressekonferenz sagte, hat die Maschine nur eine Minute, nachdem sie ihre planmäßige Flughöhe erreicht hat, offenbar ohne Absprache mit den Fluglotsen mit einem Sinkflug begonnen.
Die Sinkrate lasse jedenfalls keine weiteren Rückschlüsse zu, so Peter Beer, Präsident der Austrian Cockpit Association (ACA), der selbst Flugzeuge vom betroffenen Typ Airbus A 320 fliegt. "3.700 Fuß pro Minute sind auch mit einem intakten Flugzeug möglich".
Auf einer Höhe von rund 6.000 Fuß ist der Kontakt zu den Fluglotsen in Frankreich abgebrochen. Dann ist das Flugzeug verunglückt. Der Grund dafür ist unklar. "Wir wollen nicht spekulieren", betonte Winkelmann. Der Airbus 320 wurde routinemäßig erst am Montag von Technikern der Lufthansa überprüft. Der letzte gründliche Check hat dem Sprecher zufolge "planmäßig im Sommer 2013" stattgefunden.
Region schon einmal Ort eines Absturzes
In der Absturzregion des Airbus A320 von Germanwings hat sich schon einmal ein schweres Flugzeugunglück ereignet. Im September 1953 stürzte eine Lockheed L-749A Constellation von Air France am Mont Le Cimet bei Barcelonnette ab. Die Unfallstelle liegt etwa 15 Kilometer nordöstlich der Absturzregion des Airbus.
Nach Informationen von Aviation Safety Network wurden 1953 alle 33 Passagiere sowie neun Besatzungsmitglieder an Bord getötet. Das Flugzeug war auf dem Weg von Paris nach Saigon in Vietnam und sollte einen Zwischenstopp in Nizza einlegen. Nach Einleitung des Sinkflugs kam das Flugzeug nach den damaligen Untersuchungen aus unbekannter Ursache von der Route ab und zerschellte an dem Berg.
Keine extremen Wetterbedingungen
Beer hatte kurz nach den Unglück Radar-Plots und Wetterkarten analysiert. Zum Zeitpunkt des Absturzes habe es zwar starke Bewölkung in der Gegend gegeben. Doch es gab keine extremen Wetterbedingungen, die einen Crash rechtfertigen würden, sagte der ACA-Präsident.
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