Abbiegeassistenten schon ab Ende dieser Woche?

Wiens Umweltstadträtin Ulli Sima will Fuhrpark der Stadt mit Abbiegeassistenten nachrüsten. (c) picturesdesk, PID/Martin Votava
Wiens Umweltstadträtin Ulli Sima will Fuhrpark der Stadt mit Abbiegeassistenten nachrüsten. (c) picturesdesk, PID/Martin VotavaBild: Kein Anbieter/zVg
"Zackig handeln" will Umweltstadträtin Sima in Sachen Abbiegeassistenten. Bis Ende der Woche wird getestet, bei Erfolg soll der gesamte Wiener Fuhrpark nachgerüstet werden.
Die geforderten elektronischen Abbiegeassistenten für LKW könnten nun schneller kommen als gedacht. Noch heute wird in einen LKW der MA48 das System eingebaut, bis Ende der Woche wird getestet. "Wenn sich das System bewährt, werden wir zackig alle 500 LKW des Wiener Fuhrparks nachrüsten", verspricht Wiens Umwelt- und Öffi-Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) im Gespräch mit "Heute".

Schon direkt nach dem tragischen Unfall, bei dem ein LKW einen 9-jährigen Schüler getötet hatte, habe Sima die MA48 (Abfallwirtschaft, Straßenreingung und Fuhrpark) beauftragt worden, geeignete Modelle der elektronischen Abbiegehilfen zu prüfen. Hintergrund ist, dass nicht jedes System in jeden LKW passt. "In Wien haben wir LKW der Firma MAN. Die Abbiegesysteme müssen mit den Systemen der LKW kompatibel sein, auch die Zustimmung des Herstellers ist erforderlich, denn hier geht es auch um Haftungsfragen", so Sima.

Piepston warnt vor Personen auf der Straße

Technisch funktioniert das System, das nun in einem LKW getestet wird, wie folgt: Die Kamera des Abbiegeassistenten ist mit dem Blinker verbunden und wird aktiviert, sobald der Lenker den Blinkhebel betätigt. Läuft dann eine Person in den Aktionsradius der Kamera, gibt das System ein akustistisches Warnsignal ab.

CommentCreated with Sketch.8 Kommentar schreiben Arrow-RightCreated with Sketch. Sima will Umrüstung "so schnell als möglich"

Wichtig ist der Stadträtin zu betonen, dass es sich bei dem Test nicht um ein Pilotprojekt handle, das monatelang evaluiert wird. "Ist der Test erfolgreich, dann soll es so schnell wie möglich gehen", unterstreicht die Stadträtin.

Die Stadt Wien sei auch im engen Austausch mit deutschen Städten wie etwa Hamburg, die derzeit in einer ähnlichen Lage sind, um Erfahrungen auszutauschen. Bei Neuanschaffungen sollen die Abbiegeassistenten bei LKW dann Standard sein, unterstrich Sima, die sich wünscht, dass die dazu geplante EU-Richtlinie schon vor 2024 in Kraft tritt. "Bisher sind die Hersteller noch zögerlich. Sollte die Richtlinie früher kommen, gebe es auch mehr Angebote", so die Stadträtin.

Bordsteinspiegel reduziert toten Winkel bei Müllwägen

Schon jetzt seien die Müllwägen der MA48 mit zusätzlichen Spiegeln und Kameras ausgestattet, die die Sicherheit erhöhen sollen. "Dazu gehören etwa die ingesamt drei Spiegel, Rückfahrkameras sowie Bordsteinkameras, die den toten Winkel deutlich reduzieren", erklärt Sima.

"Bei Linienbussen kein Thema"

Ausgenommen von der Nachrüstung sollen jedoch die Busse der Wiener Linien sein. "Wir haben uns das mit Experten angeschaut. Weil in Wien aber nur Niederflurbusse zum Einsatz kommen, stellt sich das Thema hier nicht stellt", so Sima.

Vassilakou rüstet in ihrem Bereich nach

Auch Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (G) will so rasch als möglich auf die neuen Hilfen umstellen. Sie kündigte die Ausstattung des gesamten LKW-Fuhrparks (derzeit mit 37 LKW über 3,5 Tonnen) der Verkehrsabteilungen der Stadt Wien (MA28, MA29, MA33) mit Abbiegeassistenzsystemen an: "Was ich in meinem Wirkungsbereich tun kann, das tue ich auch".

Die Umrüstung beginne ab sofort und soll in den kommenden Monaten abgeschlossen sein. Die betroffenen Abteilungen hätten bereits mit den Herstellern Kontakt aufgenommen.

Vassilakou mit mehreren Schritten zu mehr Sicherheit

Die Umrüstung sei eine Maßnahme, der bereits präsentierte 3-Punkte-Plan ein weiterer: "Wir setzen jetzt die nächsten Schritte zum Schutz unserer Kinder im Straßenverkehr. Nachdem wir bereits einen 3-Punkte-Plan auf Schiene gebracht haben, kümmern wir uns jetzt um unsere LKW", betont die Verkehrsstadträtin.

Vassilakou warnt davor "die Sicherheit unserer Kinder im Straßenverkehr in einen politischen Arbeitskreis zu verräumen". ASFINAG, ÖBB, Bundesheer, Bundesforste, Polizei seien jetzt ebenso aufgefordert zu handeln. "Ich hoffe sehr, dass sich Verkehrsminister Hofer seiner Verantwortung bewusst ist und auch die nötigen Schritte setzt", fordert Vassilakou die Bundesregierung zu zügigem Handeln auf. (lok)

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