Im November stand Wienerin Sonja P. (Name geändert)plötzlich vor verschlossener Wohnungstür. "Das Schloss hat durchgedreht, ich kam nicht mehr hinein", erzählt sie im "Heute"-Gespräch. Ihr Handy hatte sie zum Glück dabei, allerdings war der Akku fast leer. Sie rief einen Aufsperrdienst zur Hilfe, den sie auf die Schnelle im Netz fand.
"Die Firma informierte mich am Telefon, dass es etwa 300 Euro kosten würde." Doch als der Techniker dann loslegte, wurde es schnell teurer. Für einen neuen Zylinder und die Reparatur verlangte der Schlüsseldienst 1.080 Euro. "Ich sollte sofort zur Bank gehen und die Summe abheben, der Mann hat ordentlich Druck aufgebaut", berichtet die 38-Jährige.
Als sie die Firma später googelte und bei der Kammer nachfragte, fand sie heraus, dass sie nur über eine Konzession für Rohrreinigung verfügt. "Nicht nur der Preis war zu teuer, die waren gar nicht befugt, mein Schloss auszutauschen", ärgert sie sich. So stellte sich auch der Zylinder als mangelhaft heraus. "Ich musste einen anderen Schlüsseldienst rufen. Auch, weil der Türknauf von der Pfuscher-Firma entfernt und nicht erneuert wurde." Das hieß nochmal etwa 600 Euro extra.
Ihr Vater unterstützt Sonja P. nun, er rief mehrmals bei der Firma an. "Ich wurde erst vertröstet, dann bekam ich unseren eingeschriebenen Brief zurück", schildert Robert P. (Name geändert). Als er rechtliche Schritte ankündigte, drohte man ihm bei dem Unternehmen. "Wir überlegen, das anzuzeigen. Man hat uns jedoch gesagt, wir haben kaum Chancen. Es kann doch nicht sein, dass man das hinnehmen muss."