Ace Combat 7 im Test: Ein Comeback wie eine Rakete

Lange mussten Fans der Ace-Combat-Serie auf einen neuen Teil warten. Mit Skies Unknown ist er nun da und begeistert – vor allem auf der PS4.
Auf PlayStation 4 und Xbox One wird wieder geflogen! Ace Combat 7: Skies Unknown hebt zu spektakulären Luftkämpfen ab, hat auch eine Kampagne samt Storyline im Cockpit und besinnt sich auf die alten Stärken der Serie – auf der PlayStation 4 geht es dabei noch etwa höher hinaus, denn nur hier gibt es einen exklusiven, vom Hauptspiel abgetrennten VR-Modus mit eigener Geschichte. Auf PC erscheint Skies Unknown am 1. Februar 2019.

Die Handlung des Spiels ist zwar gut gemeint und über Strecken auch nett dargestellt, könnte aber genauso gut vernachlässigt und nur auf die Kampagnen-Missionen reduziert werden. Im Jahr 2019 während des Konflikts zwischen Osean-Föderation und dem Königreich Erusea, wird der Spieler als Pilot "Trigger" zu einer Militäreinheit strafversetzt, weil er einen ehemaligen Präsidenten ermordet haben soll. Kampfjet-Cockpit statt Gefängnis? Im Ernst?

Solche Logik-Lücken finden sich in der Handlung einige. Was aber egal ist, denn allzu Storylastiges hat man bei Ace Combat sowieso nicht erwartet: Umso stärker sind dagegen die vielen Missionen der Kampagne, die gut 15 Stunden dauert. Ganz umsonst ist die Story dann doch nicht, immerhin gibt es nette Hintergrundinfos zu den Charakteren, die einem nach und nach ans Herz wachsen. Und: Grafisch sehen die Zwischensequenzen makellos schön aus.

Schöner Mix an Missionen

Bei den Missionen selbst haben die Entwickler auf viel Abwechslung gesetzt. Kaum eine der rund 20 Einsätze spielt sich gleich, von Bombardierungsaufträgen über Drohnenvernichtungen bis hin zu Bosskämpfen reicht die Palette. Und ganz genau weiß man als Spieler nie, was einen erwartet, denn mal macht eine Gewitterfront dem Spieler einen Strich durch den Aufklärungsflug, mal taucht bei einer Bombardierung eine ganze Staffel feindlicher Jets auf und zwingt uns zum Abdrehen. Hier bekommen Spieler ein wahres Action-Feuerwerk serviert.

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CommentCreated with Sketch.0 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Generell lässt man bei der Darstellung der Missionen Nichts vermissen. Die Grafik sieht spektakulär aus, die Details sind gewaltig und die Effekte bombastisch. Während nur in Bodennähe etwas gröbere Strukturen sichtbar werden, lassen Regentropfen am Cockpitglas, durch die Nacht zuckende Blitze oder an Tag auftauchende Stürme die Spieler staunen. Spielt man in der Cockpit-Ansicht, wird das alles ziemlich intensiv – etwa, wenn der Spieler innerhalb einer Gewitterfront durchgerüttelt wird oder sich durch die geflogene Höhe Eis an der Cockpit-Scheibe bildet.

Viel Action am Himmel

Doch hier endet die ganze Umsetzung des Kampfpiloten-Geschehens noch nicht. Noch einen Tick realistischer macht das Geschehen, dass jeder Mission eine Vorbesprechung und eine Zusammenfassung zukommt, die tatsächlich wertvolle Informationen für taktische Vorteile liefert. Mit einer Simulation darf man Ace Combat 7: Skies Unknown dann aber nicht verwechseln, denn von der Steuerung über die Bewaffnung bis hin zu den Einsätzen selbst schreit hier alles nach Arcade.

Das zeigt sich schon dabei, dass sich Ace Combat 7 überraschend gut mit dem Gamepad zocken lässt, ein Joystick ist nicht zwingend notwendig. Apropos Steuerung: Hier gibt es verschiedene Modelle, bei denen das einfachste fast automatisch abläuft und auf Knopfdruck Kurven und Manöver fliegt. Wer auf "Experte" umschaltet, kann immerhin Rollen und unglaublich unmögliche Kurven fliegen, doch auch Anfänger werden schnell damit zurecht kommen. In jedem Fall fuunktionieren die Button-Befehle intuitiv, der jeweilige Jet reagiert präzise und die Steuerung geht flüssig von der Hand. Perfekt!

Nur Jets, keine Helis

Es mag für einige wie ein Rückschritt klingen, dass man in Ace Combat 7 nun nur mehr in Kampfjets wie die F-16 oder die F-22 einsteigen kann, der Wegfall von Helis und Hilfen wie der Dogfight-Flugsteuerung ist aber eine konsequente Fokussierung auf die Kernstärken der Serie. So wird mit unendlicher Munition auf Drohnen geballert, während man den feindlichen Raketen in atemberaubender Geschwindigkeit davonfliegt und andere Jets auch mit den selbstgesteuerten Bordkanonen vom Himmel holt. Zeit zum Duchatmen gibt es dabei kaum, denn das Spiel füllt sowohl Himmel, als auch Boden mit eigenen und gegnerischen Truppen, Explosionen, Einsätzen und Hilferufen.

Top dabei: Der Spieler hat das Gefühl, ein kleines Rad im großen Krieg zu sein, das den Erfolg zu Gunsten der eigenen Fraktion drehen kann. Eher mau: Deckt man einen Bomber mit Raketen ein, nützen die computergesteuerten Begleiter der eigenen Staffel eher wenig. Während selbst der niedrige Schwierigkeitsgrad schon phasenweise anspruchsvoll ist und mit Zeitlimits, harten Bossen und genauen Manövern fordert, fliegen die "helfenden" Jet-Kollegen lieber Schleifen, als uns andere Jets vom Hals zu halten. Befehligen kann man die Kameraden leider auch nicht, obwohl sie sich über Funk im Sekundentakt prächtig zu amüsieren scheinen.

Genug des Gemeckers

Bei all den Sticheleien gegen den Titel, Ace Combat 7 ist ein wahnsinnig guter Flugzeug-Actiontitel, dessen ganz große Stärke darin liegt, dem Spieler ein schnelles, sauberes und intensives Spielgefühl im Cockpit zu bieten. Die vielen Flugzeuge steuern sich unterschiedlich und die Missionen erfordern einen laufenden Wechsel und ein Überdenken der eigenen Strategie.

Ace Combat 7: Ein Comeback wie eine Rakete
Ace Combat 7: Ein Comeback wie eine Rakete


Ein Tech-Baum mit freischaltbaren Jets und Waffen hält die Motivation hoch und das Ausrüstungsmenü lädt zum Experimentieren ein. Der Spieler wählt für die Einsätze seinen Jet und die Bewaffnung selbst und packt zehn Komponenten in die drei Kategorien Bordkanone, Raketen und Ausrüstung. Wobei die Wahl durchdacht sein sollte, denn mit einem schweren Bomber im Geschwader-Gefecht ist man fehl am Platz.

Action-Pflichttitel nicht nur für Flugzeug-Fans

Xbox-Spieler wird es ärgern, doch für PS4-Gamer ist auch der VR-Modus einen Blick wert. Es handelt sich um einen komplett abgetrennten Modus mit eigener Handlung, die fünf Jahre vor der Hauptgeschichte von Ace Combat 7 spielt. Der Modus ist zwar mit nur einem Flugzeug und wenigen Missionen bestückt, bietet aber die gesamte Action des Hauptspiels mit allen möglichen Manövern und einer überraschend hochkarätigen Grafik, die nur minimal gegenüber der Nicht-VR-Variante einbüßt. Die immersive Spielerfahrung ist ein Muss für PSVR-Besitzer, für schwache Mägen gibt es allerdings keine Einstellungsoptionen, die die VR-Welt schwindelfreier gestalten würden.

So oder so, unbedingt ausprobieren! VR sah noch nie so gut aus. Nicht ganz so überzeugt der Multiplayer, in dem man sich entweder jeder gegen jeden oder in Teams bekämpft. Hier startet man in im Einzelspielermodus freigeschalteten Flugzeugen und Waffen, so eindrucksvolle Momenten wie sie der Singleplayer zu bieten hat bleiben aber aus. Insgesamt ist mit Ace Combat 7: Skies Unknown ein Action-Pflichttitel gelungen, der sich zwar an Flugzeug-Freunde richtet, für den aber auch jeder andere einen Blick riskieren sollte. Wetter-, Wolken- und Flugeffekte suchen ihresgleichen und die VR-Kampagne ist das Eindrucksvollste, was die Virtuelle Realität derzeit zu bieten hat. Ace Combat 7 ist das Comeback der Reihe, das abgeht wie eine Rakete.

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