Acht irre Fakten zur Abdeslam-Verhaftung

Am Freitag ging der Brüsseler Polizei der meistgesuchte Terrorist Europas ins Netz. Nach 126 Tagen auf der Flucht wurde Paris-Attentäter Salah Abdeslam endlich gefasst. Rund um den größten Polizei-Erfolg des Jahres kam es zu unglaublichen Vorfällen und mysteriösen Entwicklungen. "heute.at" hat acht irre Facts über den Terroristen Abdeslam, seine Verhaftung und seine Pläne.

Am Freitag ging der Brüsseler Polizei der meistgesuchte Terrorist Europas ins Netz. Nach 126 Tagen auf der Flucht wurde endlich gefasst. Rund um den größten Polizei-Erfolg des Jahres kam es zu unglaublichen Vorfällen und mysteriösen Entwicklungen. "heute.at" hat acht irre Facts über den Terroristen Abdeslam, seine Verhaftung und seine Pläne. 

1. Pizza wurde Top-Terrorist zum Verhängnis

126 Tage lang narrten Salah Abdeslam und seine Komplizen die Polizei. Immer enger zog sich das Netz der Ermittler. Doch erst als die Frau, die Abdeslam versteckt hielt, eine besonders große Pizza-Lieferung bestellte, wussten die Beamten mit Sicherheit, wo sie zuschlagen mussten. 

Schon in den Tagen vor den Paris-Anschlägen im November, bei denen 130 Menschen starben, orderten die Terroristen Pizza, während sie auf ihren blutigen Showdown warteten. 

2. Trauernder verplapperte sich beim Begräbnis von Salahs Bruder

Am Tag vor der Verhaftung (Donnerstag) wurde Salahs Bruder Ibrahim Abdeslam begraben. Er sprengte sich bei den Anschlägen von Paris in die Luft. Die Polizei hörte die Handys beim Begräbnis ab. Laut "Daily Mail" verplapperte sich einer der Trauergäste. Dadurch gelangte die Polizei zu wichtigen Hinweisen, die einen Tag später zur Verhaftung Salahs führten

3. Salah Abdeslam entkam in Kasten und durch Oberlichte

Salah Abdeslam hatte lange großes Glück. Erst entkam er direkt nach den Anschlägen von Paris, dann wurde er auf dem Weg nach Belgien , jedes Mal ließen ihn die Polizisten weiterfahren.

Mehr als einmal entkam Abdeslam der Polizei nur um Haaresbreite. Einmal trugen ihn Umzugsmänner in einem Kasten der Polizei davon. Am Freitag entkam Salah erst über eine Oberlichte aus der Wohnung, die von der Polizei gestürmt wurde. Die Ermittler fanden seine Fingerabdrücke, der Zugriff gelang später am gleichen Tag, seitdem ist Abdeslam hinter Gittern.

4. Mysteriöser Zettel lässt Medien rätseln

Bei seiner Verhaftung am Freitag wurde Salah Abdeslam angeschossen. Wenig später zerrten ihn Beamte mit seiner Beinverletzung in ein unmarkiertes Auto. Kurz, bevor der verletzte Terrorist im Wagen verschwand, rutschte ihm ein weißer Zettel aus dem Hosenbein. Abdeslam hatte das Stück Papier offenbar am Körper versteckt, die Erdanziehungskraft machte ihm aber einen Strich durch die Rechnung. Seitdem rätseln die Medien, was auf dem Stück Papier steht. Von Seiten der Polizei wurde noch nichts verraten. 

5. Abdeslams Anwalt will klagen: Rechte verletzt

Frankreich will die Auslieferung Abdeslams unbedingt vorantreiben, um den Terroristen, der für 130 Tode verantwortlich ist, in die Finger zu bekommen. Abdeslams Anwalt Sven Mary hingegen hat ganz andere Pläne. Er will seinerseits klagen. Der Grund: Der französische Staatsanwalt Francois Molins gab eine Pressekonferenz und verriet Fakten über Abdeslam der Öffentlichkeit. Damit seien die Rechte seines Mandanten verletzt worden, so Sven Mary.

6. Salah Abdeslam kniff in letzter Sekunde und warf Bombengürtel weg

Seit den Anschlägen von Paris im November wird Salah Abdeslam gesucht. Es wurde angenommen, er sei der Fahrer gewesen, der die Terroristen zum Stade de France gebracht hat. Erst jetzt kam heraus: Abdeslam wäre eigentlich einer der Attentäter gewesen. Doch kurz, bevor er seinen Bombengürtel hätte zünden sollen, nahm er ihn stattdessen ab und warf ihn weg. Die Polizei weil die Terroristen in der Nähe telefoniert hatten. Statt sich - wie sein Bruder Ibrahim - zu sprengen, ergriff Salah die Flucht und setzte sich nach Belgien ab.

7. Abdeslam war arbeitslos, weil in seiner Bar Drogen konsumiert wurden 

Schaut man sich Salah Abdeslams Vorleben an, ist von guter religiöser Lebensführung nicht viel zu erkennen. Der inzwischen 26-Jährige ist mehrmals vorbestraft und wurde als Mechaniker entlassen, weil er immer wieder fehlte. Schließlich besorgte sich der IS-Terrorist eine Schankerlaubnis und eröffnete Ende 2013 eine Bar in Molenbeek. Die Behörden drehten ihm sein Lokal aber zu, weil seine Gäste sich im Lokal mit haluzinogenen Drogen zudröhnten. 

8. Zwei Monate vor den Anschlägen von Paris urlaubte Abdeslam in Wien

Im September 2015 stoppte die oberösterreichische Polizei auf der Innkreisautobahn bei Aistersheim einen Mercedes und kontrollierte die Insassen. Drei Männer wurden zwar überprüft, durften aber dann ihre Reise nach Wien fortsetzen. Sie hatten behauptet, dort Urlaub machen zu wollen. 

Später erst stellte sich heraus, dass es sich bei zwei der Männer um Salah Abdeslam und den am Freitag getöteten Mohamed Belkaid gehandelt hatte. Belkaid war mit falschem Ausweis unterwegs. 

 

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