Game-Knaller – Activision verliert "Destiny"

Das Entwicklerstudio Bungie, die Macher von "Destiny", löst sich von seinem Publisher. Damit verliert Activision Blizzard eines seiner wichtigsten Spiele.

Mega-Scheidung in der Game-Industrie: In der Nacht von Donnerstag auf Freitag haben Activision und Bungie in einem

bekannt gegeben, dass die Publishing-Rechte an "Destiny" komplett an das Entwicklerstudio gehen. Die Partnerschaft zwischen den beiden Firmen ist damit beendet.

"In Zukunft gehört die Marke 'Destiny' Bungie, und sie werden die Franchise weiterentwickeln. Activision wird seinen Fokus auf seine eigenen Marken und andere Projekte legen", teilte der amerikanische Publisher mit – und verabschiedete sich mit einem weiteren Tweet auch gleich von seiner Hit-Franchise.

Das liebe Geld

Die Ursache für den Split ist, wie könnte es anders sein, beim lieben Geld zu suchen. Offenbar ist man sich nicht einig geworden, wie die finanziellen Ziele mit "Destiny" – notabene einer der erfolgreichsten und wichtigsten Game-Franchisen für den Branchenriesen – künftig erreicht werden sollen. Der bisher gültige Vertrag verpflichtete Activision, Lizenzgebühren zu zahlen und einen Anteil der Entwicklungskosten zu tragen. Als Gegenleistung floss viel Geld für bislang 50 Millionen verkaufte Shooter-Games (inklusive DLC) in die Kasse.

Damit ist nun Schluss, die Trennung entbindet den Publisher sowohl von Einnahmen wie auch möglichen Verlusten, die mit "Destiny" im Jahr 2019 gemacht werden. Keine große Freude daran hatten die Investoren: Die Aktie von Activison Blizzard Inc. notierte in der Nacht auf Freitag rund 8 Prozent im Minus. Die Firma steht seit kurzem unter einem neuen Management, entsprechend sensibel reagiert der Markt auf News. Zudem verfestigt sich in der Branche der Eindruck, dass Activision nur noch auf Profitmaximierung aus ist und Kreative hinten anstellt. Zumal Bungie nicht die ersten Entwickler sind, die bei Activision Blizzard abspringen.

Das Verhältnis zwischen Studio und Publisher ist denn auch schon länger angespannt. In der Entwicklungsphase von "Destiny 1" gab es Konflikte, und auch die Programmierung des Nachfolgers verlief reichlich chaotisch. Ein Jahr vor Veröffentlichung wurde der Shooter völlig umgestellt. Activision war auch nicht glücklich mit den Zahlen von "Destiny 2".

Wie weiter mit "Destiny"?

Für Gamer steht indes ein anders Thema im Vordergrund: Wie geht es nun weiter mit "Destiny"? Laut Bungie hat der Prozess, mit dem die Publishing-Rechte zu übertragen werden, bereits begonnen. Der Übergang soll den Spielbetrieb nicht aufhalten und für Spieler so nahtlos wie möglich verlaufen. Da jedoch "Destiny 2" derzeit exklusiv nur über Blizzards Battle.net zu haben ist, werden die Firmen auch zukünftig noch zusammenarbeiten müssen. Die Trennung könnte nun aber einen Release von "Destiny" in anderen Shops ermöglichen.

Die Entwickler versprechen in ihrem Blog zudem, dass die angekündigten Inhalte der Roadmap für "Destiny 2" wie geplant erscheinen. In den kommenden Monaten will Bungie neue Inhalte veröffentlichen und hat bereits "Überraschungen" angekündigt. Allerdings darf man gespannt sein, ob das Studio das alleine hinkriegt. Denn Activision hatte zur Unterstützung des Hit-Shooters bislang nicht nur Geld, sondern auch kleinere Entwicklerstudios zur Verfügung gestellt. (srt)

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