Der Retter muss gehen! Klaus Schmidt folgte Damir Buric bei der Admira im Saisonfinish nach. Der Trainer wurde von Sportdirektor Franz Wohlfahrt zurückgeholt – sein Vertrag war nach der Beurlaubung im Februar 2020 noch nicht ausgelaufen.
Seine Mission: Klassenerhalt. Der 53-Jährige hat sein Ziel erreicht, wurde von den Spielern dafür gefeiert. Die Südstädter schätzen ihren Trainer und würden gerne mit ihm weiterarbeiten. Das klang in mehreren Interviews, allen voran von Goalie Andreas Leitner, durch. Vor dem letzten Saisonspiel (1:1 gegen Altach) war aber bereits durchgesickert: Schmidt muss sich ein zweites Mal von seinem Team verabschieden.
Der Grazer erlebte am Freitagabend eine emotionale Achterbahnfahrt. Die Freude über die Rückkehr an die Seitenlinie und den geschafften Klassenerhalt standen der Enttäuschung über das bevorstehende Aus gegenüber. Beim Interview nach dem Schlusspfiff ließ er seinen Gefühlen freien Lauf. Vor dem "Sky"-Mikrofon sagte er mit wässrigen Augen: "Es war einer der schönsten Momente, die ich als Fußballtrainer bisher erlebt habe."
Seine Admira hatte gegen Altach mit einer Not-Elf antreten müssen. Zehn Coronafälle hatten Schmidt im Vorfeld zum Umbau der Mannschaft gezwungen. Dennoch erreichte die junge Truppe, bestehend aus "sechs, sieben Burschen, die erst gestern auf die Welt gekommen sind", ein Unentschieden.
Gemeint waren die aufgerückten Akademiespieler. "Die Burschen haben überragend eingespannt und wenn man sieht, dass heute sieben Babys auf die Welt gekommen sind und sich da drinnen mit der Bundesligadress fotografieren lassen." Anschließend presste Schmidt noch heraus, kämpfte dabei mit den Tränen: "Ich hoffe, sie schauen jetzt das Interview. Das möchte ich noch sagen: Burschen, danke. Mehr bring ich nicht mehr raus …"
Schmidt brach das Interview ab, wirkte beim Gang in den Kabinentrakt sichtlich mitgenommen.
Über seine kurze, zweite Admira-Ära hatte Schmidt eingangs gesagt: "Es war großartig. Ich habe eigentlich damit gerechnet, dass die Vereinsführung nicht daran denkt, mich weiter zu verpflichten. Es waren von Beginn an klare Signale, dass ich einen Job zu erledigen habe, die Klasse zu halten. Das ist mir dank dieser großartigen Mannschaft denke ich sehr eindrucksvoll gelungen."