Ein schwarzes Piano vor dem Stephansdom im Herzen Wiens – Einheimische und Touristen greifen hier in die Tasten. Mastermind der Aktion "Piano Travellers" für mehr Freiheit für Musiker im öffentlichen Raum ist Marko Pena. Doch der Musiker machte die Rechnung ohne Magistrat – er soll jetzt 140 Euro Strafe zahlen.
Eigentlich ging alles – so dachte er – rechtens zu: Seit rund zwei Jahren meldet der Musiker ordnungsgemäß seine musikalischen Kundgebungen vor dem Dom an. Mit seinen Melodien verschönert Pena Touristen und Passanten den Spaziergang durch das Herz der Hauptstadt. Behörden dämpfen jetzt allerdings die Musik.
Grund ist der Gitarrenkoffer neben dem Klavier, hier wurde Geld der Zuschauer gesammelt. Laut dem Wiener Sammlungsgesetz hätte der Wiener im Rahmen seiner Veranstaltung auf diesem Koffer einen Info-Zettel anbringen müssen. Dieser sollte darauf hinweisen, dass der Erlös von Spenden entweder ganz oder teilweise wohltätigen, gemeinnützigen oder kulturellen Zwecken zugeführt wird. Markos Gitarrenkoffer hatte keine gesetzmäßige Beschilderung. Heißt übersetzt: 140 Euro Strafe oder vier Stunden in der Zelle!
„So ein Gitarrenkoffer war quasi als Spendenbox aufgestellt. Alles, was nach Abzug der Transportkosten und Stimmkosten des Flügels übrig geblieben ist, habe ich weitergespendet.“Marko Pena"Piano Traveller" zu der 140-Euro-Strafe
Der leidenschaftliche Musiker kann die Strafe gar nicht fassen: "Das Lustige ist: Die Aktionen waren immer ordnungsgemäß angemeldet. Und sogar ein Polizist hat ja selber am Klavier gespielt." Auch "Heute" berichtete über die herzerwärmende Aktion des Beamten, der sich ein Herz fasste und am Piano spielte.
Plötzlich heiße es aber "ahhh nein, man darf keine Spendenboxen mehr aufstellen und braucht eine Extra-Genehmigung?" Pena findet die Strafe im Gespräch mit "Heute" erbärmlich.
Anstatt sich daran zu erfreuen, dass Touristen und Passanten selbst vor dem Stephansdom auf einem 12.000-Euro-Klavier spielen könnten, "schauen die noch, wie man einem in die Quere kommt", moniert Marko Pena im Gespräch mit "Heute". Gemeinsam mit seiner Community möchte der Musiker die Strafe zahlen, rief hierfür zum Spenden auf. "Der Rest des Erlöses wird gespendet", versichert der Musiker in einem Instagram-Video.
Das Magistratische Bezirksamt für den 3. und 11. Wiener Bezirk bestätigte die Strafe wegen fehlender Hinweise im Zuge von möglichen Spenden bei der Musik-Aktion gegenüber "Heute": "Dies bedeutet, dass jede Person, die im öffentlichen Raum Sammelbüchsen aufstellt, unabhängig, ob der Erlös, wohltätigen, gemeinnützigen oder kulturellen Zwecken zugeführt wird, vorher eine Bewilligung des Wiener Sammlungsgesetzes einholen muss. Die zuständige Behörde zur Erteilung dieser Genehmigung ist der Magistrat der Stadt Wien, Magistratsabteilung 62."