Ärzte schenken Mann ohne Gesicht ein völlig neues Leben

Joe DiMeo (22) kann sogar wieder pfeifen.
Joe DiMeo (22) kann sogar wieder pfeifen.Mark Lennihan / AP / picturedesk.com
In einer 23 Stunden dauernden Operation bekam Joe DiMeo nicht nur ein neues Gesicht und Hände, sondern auch eine zweite Chance auf ein Leben.

Es ist ein medizinisches Wunder, das ein Team aus 140 Spitzenmediziner an einer New Yorker Klinik vollbracht haben. Bei einer extrem kniffligen Operation, die 23 Stunden dauerte, transplantierten sie im vergangenen August ein ganzes Gesicht und zwei Hände. Mit Erfolg, wie die Ärzte jetzt, ein knappes halbes Jahr, später verkünden. 

Ihr Patient, der 22-jährige Joe DiMeo, hatte bei einem Autounfall 2018 Verbrennungen dritten Grades an 80 Prozent seines Körpers erlitten. Seine Fingerspitzen mussten amputiert werden, er verlor seine Lippen und Augenlider. Er musste nach dem Crash vier Monate auf der Intensivstation betreut werden, einen Teil davon musste er in künstlichem Tiefschlaf verbringen.

20 rekonstruktive Eingriffe hatten dem jungen Mann nur äußerst limitierte Bewegungen in Gesicht und Händen ermöglicht. Deshalb entschied man sich für einen anderen Weg: Transplantation. "Wir wollten ihn durch die Operation nicht nur ein besseres Aussehen geben, letzten Endes mussten alles normal funktionieren – besonders die Hände", wird Eduardo Rodriguez, der Leiter des Gesichtstransplantationsprogramms von "BBC" zitiert.

Erst zwei Gesichts- und zwei Doppel-Handtransplantationen sind international zuvor durchgeführt worden. Nicht immer nahmen die Eingriffe ein gutes Ende. Ein Patient verstarb, einem anderen mussten die neuen Hände wieder amputiert werden, da sie vom Körper abgestoßen wurden.

Nicht so bei Joe DiMeo. Obwohl er nach dem Eingriff weitere Monate auf der Intensivstation verbringen musste, ist er überglücklich. Mittlerweile kann er sogar schon selbst trainieren und auch Frühstück zubereiten: "Es ist ein einmaliges Geschenk und ich hoffe, die Angehörigen finden Trost darin, dass ein Teil des Spenders mit mir weiterlebt", so der 22-Jährige weiter. "Meine Eltern und ich sind sehr dankbar, dass ich diese zweite Chance bekommen habe."

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