Ärzte warnen vor Gichtanfall beim Grillen

Bier gehört beim Grillen einfach dazu. Die Kombination Fleisch und Alkohol birgt aber die Gefahr eines Gichtanfalls.
Bier gehört beim Grillen einfach dazu. Die Kombination Fleisch und Alkohol birgt aber die Gefahr eines Gichtanfalls.iStock
Fleisch und Bier ist beim Grillen eine Top-Kombi. Doch laut Medizinern wird so die Gefahr für einen Gichtanfall gefördert. 

Es sind keine gute Nachrichten für die Freunde des Grillens:

„Ursache für Gicht bzw. einen dauerhaft erhöhten Harnsäurespiegel ist eine purinreiche Ernährung“, weiß Internist Johannes Föchterle. „Gerade beim Grillen vereint man all diese Risikofaktoren: Schweinefleisch und Alkohol in Form von Bier. Das lässt den ohnehin bereits hohen Harnsäurewert weiter steigen. Häufiges Resultat ist da ein Gichtanfall", so Föchterle weiter. 

Wie Gicht entsteht

Purine (siehe Infokasten) werden im Körper in Harnsäure umgewandelt. „Wer eine eingeschränkte Nierenfunktion oder einen dauerhaft erhöhten Harnsäurespiegel im Blut hat, sollte purinreiche Lebensmittel meiden.“ Normalerweise werden Purine über die Nieren mit dem Harn ausgeschieden.

Was sind Purine?

Purine sind Substanzen in Lebensmitteln. Sie werden vom menschlichen Körper selbst gebildet, aber auch zusätzlich durch die Nahrung aufgenommen und sind für die Erbsubstanz und den Aufbau neuer Zellen notwendig. Beim Abbau der Purine aus der Nahrung entsteht Harnsäure. Bei manchen Menschen kann diese nicht in ausreichender Menge ausgeschieden werden. Dadurch entsteht im Blut ein zu hoher Harnsäurespiegel, der in Gelenken zu Ablagerungen und damit zu Gicht führen kann.

„Arbeiten die Nieren nur eingeschränkt oder ist der Harnsäurespiegel ohnehin erhöht – man spricht dabei auch von einer Hyperurikämie – reichert sich die Harnsäure im Körper an und bildet winzige Kristalle. Ablagerungen von Harnsäurekristallen, zum Beispiel in den Gelenken, rufen Rheuma-artige Beschwerden hervor, wie Entzündungen, Schwellungen und starke Schmerzen, die man eben bei Gicht kennt“, so der Internist. In weiterer Folge können sich auch Nierensteine bilden.

Wie man einen Gichtanfall erkennt

Kommt es zum Gichtanfall, kann dieser einige Stunden bis wenige Tage andauern. Schmerzen können in Zehen-, Finger- und Kniegelenken auftauchen. Betroffene haben häufig eine glasige, dicke Großzehe. Bemerkt man diese Symptome, dann ab zum Arzt. Denn die Gicht kann auch chronisch werden und zu einer Zerstörung der betroffenen Gelenke führen.

Übrigens können Ernährungstabellen - in denen die Lebensmittel mit ihrem Puringehalt verzeichnet sind -  helfen, die Purin-Menge, die man zu sich nimmt, besser einzuschätzen. Mehr Ernährungstipps zum Thema Gicht gibt es von den Experten von netdoktor.at.

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