Niederösterreich

Ärzten werden hohe Summen für Fake-Impfzeugnis geboten

Eine Patientin bedrängte Ärztin Karoline Tauchmann: Die Frau brauchte dringend ein Impfzeugnis für ihren Freund – dieser bräuchte es in der Firma.  

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Karoline Tauchmann
Karoline Tauchmann
privat

"Das ist Anstiftung zur Dokumentenfälschung", ärgert sich Dr. Karoline Tauchmann aus Weitra (Gmünd). Eine Patientin aus Horn hatte sich bei ihr gemeldet, um für ihren Freund ein Impfzeugnis ohne durchgeführte Impfung zu erhalten.

Freund unter Druck

Ihr Freund stehe nämlich unter Druck, weil dessen Chef regelmäßig einen negativen Covid-Test verlange, um Cluster in seinem Unternehmen zu vermeiden. Das mache ihn psychisch fertig und gefährde seine Arbeitsfähigkeit.

Karoline Tauchmann bot ein Beratungsgespräch und eine Impfung an, was die Hornerin ablehnte. Stattdessen forderte sie weiter mit Vehemenz das Impfzeugnis und polterte gegen die Pandemie-Maßnahmen. "Sie wollen mich zu einer Straftat verführen, das geht gar nicht", erklärte die Hausärztin, die dann das Gespräch beendet hatte.

Fälle häufen sich

In letzter Zeit berichten Hausärzte aus Niederösterreich öfter über den Versuch von Patienten, sich falsche Atteste zu erschleichen. Teilweise werden auch hohe Summen geboten, wie ein Arzt aus dem Zentralraum berichtet. Dabei geht es um falsche Impfzeugnisse und die Befreiung von der Maskenpflicht.

    Druck wegen Stich,
    Druck wegen Stich,
    privat

    Gottfried Zeller von der Ärztekammer erklärt, dass es derzeit für Ärzte keine Anzeigenverpflichtung laut Ärztegesetz gibt. Man arbeite jedoch an einer Empfehlung, wie man mit solchen Fällen zukünftig umgehen soll. Nach dem Strafgesetzbuch gilt das Ausstellen von gefälschten Beweismittel sowie die Anstiftung dazu allerdings als Straftat. Dafür ist ein Strafrahmen bis zu einem Jahr Haft vorgesehen. Für Anstifter und für den ausstellenden Arzt.