Coronavirus

Ärztin nennt unterschätzten Corona-Risikofaktor

Ein oberösterreichische Ärztin erklärt, dass Übergewicht ein großer, unterschätzter Risikofaktor bei einer Corona-Infektion ist.

Heute Redaktion
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Ein Patient auf der Intensivstation des Universitätsklinikums Tulln (Symbolbild).
Ein Patient auf der Intensivstation des Universitätsklinikums Tulln (Symbolbild).
Helmut Fohringer / APA / picturedesk.com

Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker, Epidemiologin Eva Schernhammer und Allgemeinmedizinerin Lisa-Maria Kellermayr diskutierten am Montagabend auf "Puls24" bei Corinna Milborn über die Corona-Pandemie. Kellermayr ist Ärztin in Wels und begleitet Corona-Patienten seit Beginn der Pandemie.

"Habe aus der Zeitung erfahren, dass er gestorben ist"

"Im Kopf bleiben mir vor allem die Jungen", erklärte die Medizinerin. Ein Fall eines 37-jährigen Patienten ging ihr besonders nahe. "Er hatte keine Vorerkrankung, war nur ein bisschen übergewichtig. Als wir ihn mit dem Notdienst abgeholt haben, hat er gar nicht gemerkt, wie schlecht sein Zustand schon ist. Er wollte noch selber mit dem Auto ins Krankenhaus fahren. Aus der Zeitung habe ich dann erfahren, dass er zwei Tage später gestorben ist", erzählt Kellermayr.

Nicht nur das Alter sei laut ihren Angaben ein Risiko für schwere Verläufe, so spiele auch Diabetes und das Gewicht eine große Rolle: "Jedes Kilo Übergewicht, ist wie ein Jahr älter. Es gibt keine Studien dazu, aber an der Vielzahl meiner Beobachtungen hat sich das bestätigt."

Symptome haben sich verändert

Weiters kritisierte die Ärztin, dass viele Corona-Patienten daheim allein gelassen werden. Die Symptomatik habe sich im Laufe der Pandemie stark verändert. Hier werde zu wenig aufgeklärt. "Ich hatte im Winter Patienten, die starke Magen-Darm-Beschwerden hatten und überhaupt keinen Husten", so Kellermayr.

Auch die Thematik bezüglich AstraZeneca wurde in der Sendung diskutiert. Die Medizinerin gab an, dass die Menschen bei diesem Impfstoff skeptischer seien.

Hacker: "Haben keinen Spielraum"

In den Wiener Spitälern ist die Belastung nach wie vor hoch, wie Hacker betonte. "Wir haben keinen Spielraum, deswegen brauchen wir diese Maßnahmen", erklärte der Gesundheitsstadtrat angesprochen auf den Lockdown. Laut seinen Angaben ist das Vorankommen der Impfkampagne entscheidend. Über 800.000 Menschen haben sich laut Hacker in Wien auf der Impfplattform vorangemeldet.

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