Große Aufregung in Sachsen-Anhalt! Jäger und Sportschützen, die gleichzeitig AfD-Mitglieder sind, könnten ihre Waffen verlieren. In bereits 17 Fällen seien die Waffenberechtigungskarte und der Jagdschein einkassiert worden, 122 weitere Personen sind von einer Überprüfung betroffen.
Wie die "Bild" berichtet, macht dies eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts in Magdeburg aus dem August möglich. Demnach wolle man die Allgemeinheit schützen. Die rechtliche Grundlage bietet der § 5 des Waffengesetzes. Da die AfD in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextremistisch eingestuft wurde, gelten deren Mitglieder als waffenrechtlich unzuverlässig.
Das amtierende Innenministerium Sachsen-Anhalts begrüße den Schritt jedenfalls. Ressortchefin Tamara Zieschang (CDU) hielt fest, dass der Waffenbesitz von Extremisten eine Gefahr "für den demokratischen Rechtsstaat" und "jeden einzelnen Bürger" sei. Insgesamt 15 Betroffene haben Widerspruch eingelegt.
Einer davon ist der 48-jährige Dachdeckermeister Marcel Pries. Für ihn sei die Entscheidung "Blödsinn". Er selbst sei seit 15 Jahren Jäger, war Soldat und bezeichne sich als Demokrat. Seine Waffenbesitzkarte und den Jagdschein musste er abgeben da er für die AfD im Gemeinderat und Kreistag sitzt sowie für die Landtagswahl 2026 kandidiert habe.
Auch seine Aussage "Zeit, sich unser Land zurückzuholen" wurde dem AfD-Mann negativ ausgelegt. Laut eigener Aussage habe er damit ein Land mit "Freiheit, Sicherheit und wirtschaftlicher Stärke" gemeint. Dahinter stecke ihm zufolge kein Extremismus.
Auch der jagdpolitische Sprecher der AfD‑Landtagsfraktion, Florian Schröder, kritisiert die Maßnahme. Er spricht von "Willkür" und kündigte eine Verfassungsbeschwerde an. Ein anderes Bild zeigt sich in Thüringen. Es ist eines der fünf Bundesländer, in denen die AfD als gesichert rechtsextremistisch eingestuft wurde. Dort darf AfD-Mitgliedern laut Gerichtsentscheid die Waffenerlaubnis alleine wegen ihrer Parteizugehörigkeit nicht entzogen werden.