Welt

Airbus aus "Liebeskummer" wegen Ex-Frau entführt

Heute Redaktion
14.09.2021, 13:49

Die Flugzeugentführung der EgyptAir-Maschine am Dienstagmorgen habe "keinen terroristischen Hintergrund" entwarnte Zyperns Präsident. Stattdessen dürften die Gründe mit der Ex-Frau des Entführers zu tun haben, die auf Zypern wohnt. Der wohl blödeste Grund für eine Entführung. Das ägyptische Außenministerium nannte den Mann einen "Idioten".

Die ist glimpflich ausgegangen und hätte "keinen terroristischen Hintergrund" gehabt, so Zyperns Präsident. Stattdessen dürften die Gründe mit der Ex-Frau des Entführers zu tun haben, die auf Zypern wohnt. Der wohl blödeste Grund für eine Entführung. Das ägyptische Außenministerium nannte den Mann einen "Idioten".

Am Dienstagmorgen änderte ein ägyptischer Inlandsflug von Alexandria nach Kairo plötzlich die Richtung und flog Zypern an. Schnell stellte sich heraus, dass es sich um eine Flugzeugentführung handelte. .

Seif El Din Mustafa könnte als blödester Flugzeugentführer der Welt in die Geschichte eingehen. Sein angeblicher Sprengstoffgürtel bestand aus Kabeln und Handyhüllen. Nach vielen verwirrenden Meldungen zu seinem Motiv ist eines aber klar: Die ägyptische Regierung hält den Mann für einen Idioten.

"Kein Terrorist, sondern ein Idiot"

Nachdem der Mann gefasst wurde, veröffentlichte das Außenministerium von Ägypten ein Statement. Die Motive seien nicht politischer, sondern persönlicher Natur. Sie fügten hinzu: "Er ist kein Terrorist, sondern ein Idiot. Terrorist sind verrückt, aber nicht blöd. Er aber schon."

 

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— ?ReYhan NeWs? (@Reyhan_News)
Entführer ist 59-jähriger Exoffizier der ägyptischen Armee

Hinter der Flugzeugentführung steckt ein Ägypter namens Seif El Din Mustafa (alternativ in anderen Medien auch Seifeddin Mostafa), der an Bord plötzlich behauptete, einen Sprengstoffgürtel zu tragen und so die Kursänderung der Maschine erzwang. Mustafa ist ein 59-jähriger ehemaliger Armeeoffizier aus Ägypten.

 

The is Seif Eldin Mustafa. The situation is still ongoing.
— Cyprus MFA (@CyprusMFA)
Sprengstoffgürtel-Theorie war falsch

Stunden nach der Landung des Flugzeuges in Larnaka begannen die Behörden, die Sprengstoff-Theorie anzuzweifeln. Zwar tauchte ein Foto auf, auf dem Mustafa eindeutig einen Sprengstoffgürtel trug, allerdings stellte sich heraus, dass er nicht echt war. Die Attrappe bestand Regierungsangaben zufolge aus Kabeln und Handyhüllen.

Das "Beweisfoto":

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— ?ReYhan NeWs? (@Reyhan_News)

Das waren die Forderungen des Entführers:


Asyl
Dolmetscher
Die Überbringung eines Briefes an die Ex-Frau
Entlassung oppositioneller Frauen aus der Haft in Ägypten
Gespräch mit EU-Vertretern


Über die Forderungen Mustafas herrschte mehrere Stunden Unsicherheit. Laut Reuters warf der 59-Jährige einen Brief an seine Ex-Frau, die auf Zypern lebt, aus dem Flugzeug, damit er ihr überbracht werden kann. Gegen 11.30 Uhr MEZ brachten die Behörden die Ex des Mannes zum Flughafen, damit sie mit ihm  sprechen konnte. Die 51-Jährige soll auf Zypern leben und mit dem Flugzeugentführer vier erwachsene Kinder haben.

Fake-Account twitterte im Namen der Frau

Prompt tauchten erste Twitter-Meldungen der Frau auf. Diese entpuppten sich als schlechter Scherz. Ein Unbekannter hatte einen Twitter-Account unter dem Namen "Marina Paraskou" angelegt und auf 15 Minuten Ruhm in den Medien gehofft. 

Falschmeldung machte unschuldigen Uni-Professor zum Täter

Nach und nach drangen Infos über den Entführer an die Öffentlichkeit, die sich schnell als falsch herausstellten. Sein Name, so die Nachrichtenagentur Reuters, sei Ibrahim Samahaa. Er solle Veterinärmediziner sein und die Abteilung für Lebensmittelsicherheit an der Universität von Alexandria leiten. Um die Mittagszeit stellte sich jedoch heraus, dass Samahaa einer der Passagiere war, der freigelassen wurde. Die Behörde, die zuerst den Namen nannte, entschuldigte sich offiziell beim Uni-Professor.  

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— Martin Jay (@MartinRJay)


BREAKING: Egypt corrects
— CNN (@CNN)
Böser Fake: Bei diesem neu angelegten Twitter-Account handelt es sich nicht um die Ex-Frau des Flugzeugentführers:


The moment I arrived the airport
— Marina_Paraskou (@marinaparaskou)

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