AK erkämpft Rückerstattung für Hunderte Betroffene

Ein Mann zählt Euro-Banknoten. (Symbolbild)
Ein Mann zählt Euro-Banknoten. (Symbolbild)picturedesk.com/Ernst Weingartner
Reise-Chaos durch Corona, dubiose Online-Anbieter und andere Probleme – Der AK-Konsumentenschutz half im Vorjahr 107.000 Mal.

"Die meisten Probleme gab es im Vorjahr rund ums Reisen", weiß die Leiterin des Konsumentenschutzes der Arbeiterkammer Oberösterreich, Ulrike Weiß. "Obwohl die europäische Fluggastrechte-Verordnung klar regelt, dass bei annullierten Flügen der Ticketpreis innerhalb einer Woche von der Airline an den Fluggast zurückzuerstatten ist, erfolgte dies bei keiner einzigen Fluglinie."

Auch bei den annullierten Pauschalreisen würden viele Reiseveranstalter bereits geleistete Beträge entweder nicht oder "erst nach energischer Aufforderung durch die Betroffenen oder die AK" zurückzahlen.

Seit April 2020 unterstützt die AK alle betroffenen Mitglieder und alle Oberösterreicher bei der Durchsetzung ihrer Ansprüche. Gemeinsam mit dem Fluggastrechteportal FairPlane wurde die Aktion TicketRefund gestartet. Der Erfolg kann sich sehen lassen.

Bis Jahresende nutzten 1.082 Konsumenten mit ihren 2.772 Mitreisenden das Angebot. Davon haben bereits 406 Personen ihr Geld – insgesamt 287.000 Euro – zurückbekommen. Im Schnitt macht das 707 Euro pro Betroffenem.

Grundlose Mahnungen

Doch das Reise-Chaos war nicht die einzige Baustelle für die Konsumentenschützer. Zahlreiche Probleme gab es zudem wieder mit betrügerischen Fake-Shops und dubiosen Film-Streaming-Anbietern im Internet. Aber auch überteuerte Notdienste aus dem Internet und Anlagebetrug führten zu großen finanziellen Schäden bei den Betroffenen.

Selbst Bestellungen bei seriösen Anbietern führten laut AK zu Problemen. Als Beispiel wird beschrieben, dass, wenn etwa beim Zahlungsdienstleister "Klarna" als Zahlungsart "Auf Rechnung" gewählt wurde, Kunden trotz bezahlter Rechnung meist unangemessen hohe oder nicht gerechtfertigte Mahnungen erhalten hätten.

Probleme mit der Liebe

Auch Lieferverzug, etwa im Möbelhandel, die (Nicht-) Einhaltung von Verträgen oder die durch Corona beeinträchtigte Leistungserbringung (etwa bei Fitnessstudios und Veranstaltungen) waren 2020 wichtige Themen. Auch der "Klassiker" – Probleme mit Partnervermittlungsagenturen – sei wieder vielfach Beratungsgegenstand gewesen.

Forderung an Politik

Man habe aus der eigenen Beratungstätigkeit im vergangenen Corona-Jahr einige Lehren gezogen, so die AK. Sie fordert die politisch Verantwortlichen zu sofortigem Handeln auf.

"Unter anderem braucht es eine Insolvenzabsicherung auch für Fluglinien, damit Reisende bei Insolvenzen von Fluglinien Geld für bezahlte Tickets zurückbekommen, eine gesetzliche Begrenzung von Vertragslaufzeiten, damit etwa überlange Verträge von Fitnessstudios nicht mehr möglich sind, und die Pflicht von Online-Anbietern, ihre Kontaktdaten auf der ersten Seite gut sichtbar anzugeben“, sagt AK-OÖ-Präsident Johann Kalliauer.

Die Anmeldung der Rückforderungsansprüche rund um Reisen ist bei der Arbeiterkammer Oberösterreich online rund um die Uhr möglich. Sämtliche Kosten der Rechtsdurchsetzung übernimmt die AK.

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