Oberösterreich

Angestellte bekommt weniger Gehalt, weil sie Frau ist

35.000 Euro erstritt die AK OÖ für eine oö. Arbeitnehmerin. Die Frau wurde in gleich zwei Jobs von ihren Arbeitgebern benachteiligt.

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Die Arbeiterkammer OÖ erstritt für eine Arbeitnehmerin 35.000 Euro.
Die Arbeiterkammer OÖ erstritt für eine Arbeitnehmerin 35.000 Euro.
Arbeiterkammer Oberösterreich

Erfolg für die Arbeiterkammer OÖ in Sachen Gleichbehandlung. Eine Oberösterreicherin wandte sich an die AK, weil sie sich von ihren Arbeitgebern nicht fair bezahlt fühlte. Die Frau "war gut ausgebildet und in Führungspositionen eingesetzt", so die Arbeiterkammer OÖ.  

Nach genauer Prüfung stellten die Experten fest, dass der Oberösterreicherin Vordienstzeiten nicht korrekt angerechnet, die Einstufung in die Verwendungsgruppe des betreffenden Kollektivvertrags nicht gepasst hat und ihr zusätzlich beide Dienstgeber weniger bezahlt hatten als ihren männlichen Kollegen in vergleichbaren Positionen. Die AK erwirkte für die Frau in gerichtlichen Vergleichen Gehaltsnachzahlungen und Schadensersatzzahlungen in Höhe von insgesamt rund 35.000 Euro. 

Oberösterreich bei Frauen-Einkommen Schlusslicht
Die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen sind in OÖ besonders stark ausgeprägt. Selbst wenn eine Frau das ganze Jahr über Vollzeit arbeitet, hat sie am Jahresende im Schnitt um mehr als ein Fünftel weniger am Konto als ein Mann. 2018 machte dieser Unterschied nach AK-Berechnungen 12.500 Euro pro Jahr aus. Schlechter schneidet hier im Bundesländervergleich nur Vorarlberg ab. Ein Grund dafür ist auch, dass typische Frauenberufe nach wie vor schlechter entlohnt werden als Jobs in Männerbranchen. 

"In diesem Fall handelte es sich sich ganz klar um eine sogenannte Entgeltdiskriminierung aufgrund des Geschlechts. Es war kein sachlicher Grund feststellbar, warum die Frau beim Einkommen anders eingestuft worden war als die Männer", erklärt AK-Präsident Johann Kalliauer. Leider sei Diskriminierung nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich - gerade beim Einkommen. "Über Geld spricht man nicht", dieser Grundsatz werde in vielen Betrieben nach wie vor gelebt. Betroffene würden daher häufig gar nicht wissen, dass sie gegenüber anderen Kollegen benachteiligt werden, sagt Kalliauer.

Jene, die sich an die AK wenden, seien nur die Spitze des Eisbergs, die Dunkelziffer sei weit höher. Unternehmen sollten hinsichtlich Einkommen, Prämien und Zulagen transparenter sein, fordert der AK-Präsident.