Vorsicht! Bei Streamingdiensten fallen viele Daten an, welche Filme oder Songs man wann und wo konsumiert. Für Netflix, Spotify & Co sind diese Daten wahres Gold.
Kino, Konzertsaal und Theater sind wegen Corona zu – für Unterhaltung daheim sorgen neben TV häufig Streamingdienste wie Netflix, DAZN oder Amazon Prime. Doch Vorsicht: Werbefinanzierte oder Bezahl-Abo-Streamingdienste klären Nutzer oft nur schlampig darüber auf, was mit ihren Daten passiert. Das zeigt ein Test der Arbeiterkammer.
Rund 92 Prozent der Österreicher nutzen Streaming-Angebote im Netz – im Schnitt verbringen wir eine knappe halbe Stunde pro Tag auf Netflix, Spotify & Co. Jede Interaktion kann aufgezeichnet und analysiert werden, um Erkenntnisse über den Benutzer zu gewinnen: Nur ein Beispiel – deutet der plötzliche Wechsel zu melancholischer Musik auf eine Trennung hin?
Die AK hat gemeinsam mit dem Datenschutzverein noyb getestetet, ob Streaming-Dienste über die Verwendung von Kundendaten klar genug aufklären: Amazon Prime (Musik und Video), Apple Music (Musik), DAZN (Video), Flimmit (Video), Netflix (Video), SoundCloud (Musik), Spotify (Musik) und YouTube (Video).
Der Test zeigt: Was mit den Kundendaten passiert, bleibt oft im Dunklen. Bei insgesamt elf analysierten ernteten Apple und YouTube durchwegs ein "nur teilweise" oder "nicht zufriedenstellend". Die Infos von Flimmit und Soundcloud entsprachen meist den Vorgaben. Von 85 Einzelbewertungen waren 23 datenschutzrechtlich in Ordnung, 40 überzeugten nur teilweise und 22 entsprachen nicht der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO)
Die DSGVO verpflichtet Anbieter, über die Verwendung personenbezogener Daten und die Datenschutzrechte der Nutzer "präzise, transparent, verständlich, in leicht zugänglicher Form und in einfacher Sprache" zu informieren.
Speicherangaben wie "solange wie nötig" oder Übermittlungshinweise wie "Daten können an Dritte weitergegeben werden" geben keinerlei konkrete Information, was wirklich passiert. Nur Flimmit führt an, was, an welche Kategorie von Empfängern und zu welchem Zweck – die konkreten Empfänger fehlen auch hier mitunter. Immerhin: Bis auf Apple liefern alle klare Infos, dass Konsumenten erteilte Zustimmungen widerrufen können. Resümee: Phrasen auf den Websites verfehlen das Ziel der DSGVO – Konsumenten müssen wissen, was mit ihren Daten passiert. Die AK plant jetzt eine Beschwerde einzubringen.
HIERkannst du dir das Testergebnis der AK durchlesen.