Akademiker leben sechs Jahre länger als andere

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Der persönliche Bildungsstand hat Auswirkungen auf die eigene Lebenserwartung. Diese ist bei Akademikern um rund sechs Jahre höher als bei Menschen mit Pflichtschulabschluss.
Bei der Fachtagung "Lebenserwartung – eine Frage von…?", die am 12. Dezember in den Räumlichkeiten der Arbeiterkammer Wien stattfindet, präsentieren Experten ihre Studien-Ergebnisse zur Auswirkung von Bildung, Beruf, Geschlecht, Einkommen, Region, Armut und Wohnungslosigkeit vor.

Es ist dies die erste Veranstaltung aus der Reihe "KonDemA" (Konsequenzen Demografischer Alterung), von AK Wien und Statistik Austria.

Der Hintergrund



CommentCreated with Sketch.4 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Aussagen über die Lebenserwartung stellen zumeist nur auf den Durchschnitt ab. Lebenserwartung wird aber nicht nur durch genetisch-biologische Faktoren bestimmt, sondern ganz wesentlich auch durch soziale Faktoren beeinflusst.

Während eine steigende Lebenserwartung als Konsequenz des demografischen Wandels vielen Leuten zugutekommt, zeigen jüngste Befunde gleichzeitig, dass es erhebliche Unterschiede zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen gibt, die teils sogar weiter zunehmen.

Dies kann trotz einer in den letzten Jahrzehnten ständig besser werdenden medizinischen Versorgung beobachtet werden, da Studien zufolge die Ursachen bei sozioökonomischen Merkmalen wie Bildung, Beruf und Armut liegen.

Die Ergebnisse im Detail:



Bildung lohnt sich – am stärksten bei den Männern

35-jährige Akademiker haben demnach eine um sechs Jahre höhere Lebenserwartung als gleichaltrige Männer mit Pflichtschulabschluss.

Bei Frauen im gleichen Alter beträgt die Differenz nur drei Jahre. Im Beobachtungszeitraum von 2001 auf 2016 habe sich die Differenz bei Frauen sogar um vier Monate verstärkt, so die Arbeiterkammer.

Frauen leben länger – je nach Bildungsniveau

Der Unterschied in der ferneren Lebenserwartung zwischen 35-jährigen Männern und Frauen mit Pflichtschulabschluss beträgt 5,2 Jahre (42,9 vs. 48,1 Jahre). Männer werden im Durchschnitt 77,9 Jahre und Frauen im Durchschnitt 83,1 Jahre alt.

Zwischen Akademikern und Akademikerinnen im Alter von 35 Jahren ist der Unterschied mit 2,3 Jahren erheblich kleiner (49,1 vs. 51,4 Jahre). Männliche Akademiker werden im Durchschnitt 83,1 Jahre alt, während Akademikerinnen im Schnitt auf 86,4 Jahre kommen.

Armut gefährdet Leben

Wie die Arbeiterkammer in ihrer Aussendung informiert, spielt auch die Wohnungssituation eine große Rolle. So soll Obdachlosigkeit die Lebenserwartung von Männern sogar um etwa 20 Jahre verkürzen.

In der Altersgruppe 15 bis 64 Jahre ist das Sterberisiko der registriert wohnungslosen Männer demnach rund vier Mal so hoch wie jenes in der Gesamtbevölkerung. Zu Frauen wurden hier allerdings keine Daten genannt.

Von Land zu Land unterschiedlich

Mehrere Studien zeigen zudem, dass die Lebenserwartung und die Zugewinne der Lebenserwartung auch in anderen Ländern sehr ungleich verteilt sind. Zu diesem Ergebnis kam unter anderem 2008 eine EU-Arbeitsgruppe. Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat den Zusammenhang zwischen Bildung und Lebenserwartung analysiert. Der Zugewinn an fernerer Lebenserwartung über die betrachteten rund 20 Jahre betrug in Deutschland im obersten Einkommenszehntel vier Jahre, im untersten gerade einmal ein Jahr.

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