AKH-Intensivmediziner warnt: "Kein Bett mehr frei"

Corona-Intensivstation (Symbolbild)
Corona-Intensivstation (Symbolbild)HELMUT FOHRINGER / APA / picturedesk.com
Die Corona-Infektionszahlen steigen und die Lage in den Spitälern spitzt sich zu. Laut einem AKH-Intensivmediziner war am Montag kein Bett mehr frei.

Die Corona-Zahlen steigen weiterhin rasant an. Auch in den Spitälern wird die Lage immer dramatischer. 579 Personen befinden sich derzeit wegen einer Corona-Infektion im Spital, 170 davon müssen auf der Intensivstation behandelt werden. In Wienhat sich die Zahl der Intensivpatienten innerhalb von zwei Wochen mehr als verdoppelt. In Oberösterreich ist der kritische Wert auf den Intensivstationen bereits erreicht.

Alle AKH-Intensivpatienten ungeimpft

Thomas Staudinger, Intensivmediziner im AKH spricht im "Puls24"-Interview von einer Pandemie der Ungeimpften. Am Montag wurden laut seinen Angaben zwei Intensivstationen wieder komplett für Covid-Patienten umgewidmet: "Das ist auch notwendig, weil wir viele Anfragen von anderen Krankenhäusern bekommen, mit schwer kranken Patienten, die eine Lungenersatztherapie brauchen, weil sie mit konventioneller Beatmung nicht mehr mit Sauerstoff versorgt werden können", erklärt der Arzt.

Wie er im Interview erläutert, sind im AKH alle Corona-Intensivpatienten ungeimpft. Es gab in den letzten Monaten nur zwei geimpfte Patienten. Bei einem handelte es sich um einen organtransplantierten Patienten, bei dem die Impfung nicht so gut gewirkt hat.

Es gebe auch einige kuriose Fälle. So landeten etwa Patienten auf der Intensivstation, die sich eigentlich impfen lassen wollten, ihnen aber von Ärzten davon abgeraten wurde. "Das sind genau jene, die schwer erkranken und jetzt ums Überleben kämpfen", so Staudinger.

Liegedauer als Problem

Vor allem die Liegedauer stellt ein großes Problem dar. Covid-Patienten bleiben im AKH oft bis zu sechs Wochen auf der Intensivstation und nehmen so fünf anderen Patienten den Platz weg.

"Am Montag hatten wir kein einziges freies Bett mehr, auch in anderen Krankenhäusern waren die Betten extrem knapp", betont der Intensivmediziner. Er glaubt, dass planbare Operationen bald verschoben werden müssen und man sich nur noch auf lebensnotwendige Eingriffe konzentrieren wird.

Beim Klinikpersonal steigt zudem die Frustration an. "Es gibt relativ viele junge Patienten und vor allem wenn die Betten knapp werden, hat man das Gefühl, man kämpft gegen Windmühlen und das kostet viel Energie", so Staudinger. Laut seinen Angaben muss jeder zweite bis dritte hospitalisierte Patient auf die Intensivstation.

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