AKH-Primar will künftig Patienten abweisen

Univ.-Prof. Dr. Peter Husslein, Leiter der Universitätsklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am AKH Wien.
Univ.-Prof. Dr. Peter Husslein, Leiter der Universitätsklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am AKH Wien.Bild: picturedesk.com
Peter Husslein ist Chef der Gynäkologie am AKH und will künftig nur noch Notfälle behandeln. Alle anderen sollen zum niedergelassenen Arzt gehen.
Angesichts voller Spitalsambulanzen schlägt Primar Peter Husslein von der gynäkologischen Abteilung Alarm. Er will künftig Patienten abweisen und nur noch Notfälle behandeln. „Es kann so nicht weitergehen", sagt er.

"Gesundheitssystem vor Kollaps"

Das Gesundheitssystem stehe vor einem Kollaps, meinte Primar Peter Husslein am Donnerstag Abend in der ZIB 2. Die Patientinnen und Patienten seien grundsätzlich bei Ärzten im niedergelassenen Bereich besser aufgehoben. „Man hat Volleyball mit uns gespielt, und wir spielen jetzt Volleyball zurück und schicken die Patenten dorthin, wo sie besser aufgehoben wären."

Außerdem habe das Management des AKH alle Universitätskliniken aufgefordert, die Anzahl der ambulanten Kontakte in der medizinischen Universität im AKH, zu reduzieren,

erklärte der Klinik-Chef. Zu viele Patienten würden derzeit in den Ambulanzen versorgt, die keinen Notarzt brauchen.

CommentCreated with Sketch. zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Vom Heurigen ins AKH

„Da gibt es dann Leute, die kommen um 22.30 Uhr – und in der ihnen typischen Ehrlichkeit sagen sie auf die Frage, warum kommen sie jetzt: Ja, weil der Heurige zu macht, weil die Zeit im Bild vorbei ist." Auf die Frage, warum sie nicht zu ihrem niedergelassenen Arzt gehen, würden sie sagen, da bekämen sie erst einen Termin in zwei Monaten. „Und das sind keine Einzelfälle", resümierte Husslein im ORF.

Der Primar hat nun einen offenen Brief geschrieben und beklagt darin, dass das so nicht weitergehen darf. Er fordert, dass die niedergelassenen Ärzte erweiterte Öffnungszeiten anbieten sollen.

Finanzierung ändern

Dazu sei es aber notwendig, die Finanzierung des Gesundheitssystems zu ändern: „Wenn ich sieben verschiedene Kostenträger habe, die alle die Kosten dem anderen zuspielen wollen, dann geht das nicht. Also eine der Möglichkeiten, das Problem zu lösen ist: Finanzierung aus einer Hand. Die andere eine Lösung ist: Leitlinien, damit man sinnvolle von weniger sinnvollen medizinischen Maßnahmen trennen kann."

(GP)

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