Wien

Aktivisten blockierten Ministeriums-Eingang mit Brot

Aus Protest gegen die Überproduktion schütteten Aktivisten den Eingang des Landwirtschaftsministeriums mit altem, teils schimmligen Brot zu.
02.05.2022, 11:10

In Wien wird bekanntlich täglich so viel Brot weggeworfen, wie in Graz gegessen wird. Aus Protest gegen den "Wahnsinn der Wegwerfgesellschaft" und die Überproduktion setzten Aktivisten der Gruppen "Letzte Generation AT" und "Extinction Rebellion" ein Zeichen. Sie kippten massenweise altes Brot, das niemand mehr haben wollte, vor den Eingang des Landwirtschaftsministeriums (City) und nahmen mit Plakaten und Bannern davor Platz: "Aufstand!" war unter anderem darauf zu lesen.

"Wir stehen kurz vor dem Klimakollaps!"

"Wir können den Wahnsinn der Wegwerfgesellschaft und der fossilen Zerstörung nicht mehr ertragen. Wir steuern auf eine Klimahölle zu und parallel werden noch genießbare Lebensmittel in Massen entsorgt", kritisiert Aktivist Dave. "Wir hatten Waldbrände schon im Februar und die längste gemessene Trockenphase im März. Wir stehen kurz vor einem Klimakollaps, was einen sozialen Kollaps zur Folge haben wird!"

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"Regierung muss endlich handeln!"

Die Forderung der Aktivisten: ein "sinnvolles Essen-Retten-Gesetz". Die landwirtschaftliche Überproduktion soll überflüssig und die Ackerböden nachhaltig bewirtschaftet werden. "Die Regierung muss endlich die Wahrheit sagen über den drohenden sozialen und ökologischen Kollaps und dementsprechend handeln. Wir fordern verbindliche Bürgerräte, weil nur eine lebendige Demokratie Maßnahmen zur Rettung unserer Erde entwickeln kann", fordert Aktivistin Carmen. Bereits im Februar und März hatte die Gruppe "Letzte Generation AT" mit der Blockade des Verteilerkreises, des Gürtels und der Westeinfahrt für Aufsehen gesorgt – wir berichteten.

Wiener werfen jährlich 40 Kilogramm Lebensmittel weg

Der Wiener wirft durchschnittlich jedes Jahr rund 40 Kilogramm an Lebensmitteln weg – Produkte, die eigentlich noch essbar wären. Diese Zahl umfasst allerdings nur den Müll in den Restmülltonnen. Berücksichtigt man noch andere Entsorgungswege wie Eigenkompostierung oder Sammlung über die Biotonne ist von einem noch größeren Anteil auszugehen. Häufige Gründe sind die falsche Planung von Einkäufen und Mahlzeiten oder auch falsche Lagerung von Lebensmitteln.

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