Alaba & Co.: Warum ÖFB künftig um Talente zittern muss

Die FIFA ändert Richtlinien für Verbandswechsel.
Die FIFA ändert Richtlinien für Verbandswechsel.Gepa
Über Jahrzehnte war das Reglement der FIFA eindeutig: Spielt ein Fußballer für ein Land, darf er die Nation nicht wechseln. Das wird nun geändert. 

Mit seinem zehnminütigen Einsatz gegen Frankreich am 14. Oktober 2009 ist der damals 17-jährige David Alaba als österreichischer Teamspieler festgelegt worden. Seither kann der Star des FC Bayern nicht mehr für Nigeria, das Herkunftsland seines Vaters, oder für Indonesien, das Herkunftsland seiner Mutter, auflaufen. Die neuen, beim FIFA-Kongress vorgestellten Regeländerungen lockern diese fixe Bindung an eine Nation. 

Der ÖFB muss also zukünftig - genauso wie andere Verbände - um junge Spieler kämpfen, die zu einer "kleineren" Nation wechseln könnten. So, wie es zuletzt U21-Teamspieler Sandi Lovric gemacht hat, künftig für Slowenien spielen wird. 

Die neuen Verbandswechsel-Regeln

Gerade junge Spieler haben also zukünftig länger Zeit, sich einen Nationenwechsel zu überlegen. Künftig ist ein Spieler erst fix an eine Nation gebunden, wenn er sein viertes Länderspiel absolviert hat, oder ein Länderspiel nach seinem 21. Geburtstag oder bei einem Großevent (Weltmeisterschaft, Europameisterschaft, Copa America) eingesetzt wurde. 

Allerdings darf ein Wechsel der Nationalmannschaft nicht "fliegend" passieren. Der letzte Länderspiel-Einsatz muss zumindest drei Jahre her sein. Außerdem muss der Spieler die Staatsbürgerschaft bereits besessen haben. Sollte der Spieler für den neuen Verband kein einziges Länderspiel absolvieren, kann er zu seinem ursprünglichen Verband zurückkehren. 

Erleichtert wird außerdem ein Nationenwechsel, ohne ein Länderspiel bestritten zu haben. Hier gilt der Aufenthalt im Land als Kriterium. Bei Spielern unter zehn Jahren reichen drei Jahre, danach fünf Jahre. 

Der Fall Munir

Den Fall ins Rollen gebracht hatte Ex-Barca-Juwel Munir El Haddadi, der 2018 unbedingt für Marokko bei der WM auflaufen wollte. Das verhinderte allerdings ein 13-minütiger Einsatz in der EM-Qualifikation für Spanien im Jahr 2014. Den neuen Regeln zufolge kann der heute 25-Jährige nun die Nation wechseln. 

Anschaulich werden die neuen Regeln am Beispiel des spanischen Talents Ansu Fati, der 2002 in Guinea Bissau geboren wurde. In der Nations League absolvierte der 17-Jährige zwei Länderspiele für Spanien. Spielt Fati drei Jahre nicht mehr im Team des Weltmeisters von 2010, dürfte er für sein Geburtsland auflaufen. Im Gegenzug kann er fix an Spanien gebunden werden, wenn er noch zwei weitere Länderspiele absolviert oder bei der EM-Endrunde 2021 eingesetzt wird. 

Im aktuellen ÖFB-Kader wäre kein Spieler von dieser Regelung betroffen. Mit Rapid-Juwel Yusuf Demir könnte allerdings ein Fall auf den ÖFB zukommen. Bisher hat der 17-Jährige jedenfalls im ÖFB-Nachwuchs gekickt. 

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