Alarmstufe Rot für Bangkok

Die Hochwasserlage in Bangkok spitzt sich zu: 4.000 Millionen Kubikmeter Wasser wälzen sich vom Norden her auf die Haupststadt zu.


Die Khlongs - das sind die Kanäle - können aber nur 400 Millionen Kubikmeter Wasser pro Tag in den nahen Golf von Siam leiten. Die große Katastrophe für Bangkok ist also programmiert.Tausende haben bereits die Flucht ergriffen und sich in Sicherheit gebracht.

Regierungschefin schlägt Alarm. Regierungschefin Yingluck Shinawatra sprach am Donnerstag von einer kritischen Lage. Es müsse mehr Wasser durch die Stadtkanäle geleitet werden, um den Druck auf Schutzwälle im Norden der Stadt zu verringern.

Fluss-Pegel steigt.  Unaufhörlich steigt der Wasserpegel des Chao Phraya Fluss. Die Hochwasserschutzmauern aus Beton können den Fluss bis zu einem Wasserstand von 2,50 Metern halten. Das Wasser steht allerdings schon bis zur Oberkante. Bis spätenstens am Wochenende fließen die Wassermassen über. Dann sind nicht nur die antiken Tempel, sondern auch die Luxushotel und die Häuser der Reichen überschwemmt. Aber auch viele Hütten der Armen liegen am Fluss.

50.000 Soldaten. Das Verteidigungsministerium hat 50.000 Soldaten mit 1.000 Booten und 1.000 Lastwagen bereitgestellt, um bei Evakuierungen in der Millionenstadt zu helfen. 100 Schulen wurden zu Notunterkünften erklärt und sollten Platz für 10.000 Menschen bieten, berichtete die Lokalpresse.

Sieben wichtige Straßen gesperrt. Das Hochwasser breitet sich immer weiter aus. Laut "Bangkok Post" sind bereits 90 Prozent des Bezirks Don Muang unter Wasser. 70 % des Bezirks Bang Phlad mussten evakuiert werden. Und stündlich sind mehr Bezirke vom Hochwasser betroffen. Tausende Einwohner, die die Stadt vor den erwarteten Überschwemmungen verlassen wollten, steckten am Donnerstag im Stau fest. Die Regierung hatte die Tage bis Montag arbeitsfrei erklärt.

Versorgung wird knapp. Durch das Hochwasser bereits unterbrochene Zufahrtsstraßen nach Bangkok lassen die Versorgungslage der thailändischen Hauptstadt zunehmend prekärer werden. Zahncreme wird knapp. Es fehlt an Softdrinks, an Nudeln und ironischerweise an Trinkwasser in Flaschen. Auf den Märkten werden Obst, Gemüse, Reis und Fisch immer rarer. Was noch da ist, wird zu Wucherpreisen verkauft.

Leben mit Hochwasser. Zu dieser Jahreszeit ist Starkregen nicht ungewöhnlich. 2011 ist alles noch schlimmer, als in den Jahren zuvor. Und der Höhepunkt des Dramas ist noch nicht erreicht. 2,5 Millionen Menschen außerhalb des Zwölf-Millionen-Einwohner-Molochs Bangkok leiden seit Juli unter dem Hochwasser. 377 Menschen sind schon ums Leben gekommen. Hunderttausende mussten ihre Häuser verlassen, 1.300 Fabriken stehen bis zu zwei Metern unter Wasser und mindestens eine halbe Million Arbeiter haben bis auf weiteres ihren Job verloren.

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