Die 35 Mitglieder des Stiftungsrates kamen am Vormittag zu ihrer Sitzung zusammen. 18 Stimmen brauchten der bisherige Generaldirektor Alexander Wrabetz oder sein Herausforderer Richard Grasl für eine Mehrheit im Stiftungsrat. Die Entscheidung nach "Heute"-Informationen: Alexander Wrabetz wurde mit 18 der 35 Stimmen zum neuen ORF-Generaldirektor gewählt, es gab zwei Enthaltungen. 15 Mitglieder stimmten für Grasl.
Die 35 Mitglieder des Stiftungsrates kamen am Vormittag zu ihrer Sitzung zusammen. 18 Stimmen brauchten der bisherige Generaldirektor Alexander Wrabetz oder sein Herausforderer Richard Grasl für eine Mehrheit im Stiftungsrat. Die Entscheidung nach "Heute"-Informationen: Alexander Wrabetz wurde mit 18 der 35 Stimmen zum neuen ORF-Generaldirektor gewählt, es gab zwei Enthaltungen. 15 Mitglieder stimmten für Grasl.
Medien-Ansturm am Küniglberg: Seit 10 Uhr stellten sich Finanzdirektor Grasl und danach der amtierende ORF-General Wrabetz in einer geheimen Anhörung dem Stiftungsrat in alphabetischer Reihenfolge. Jeder der beiden hatte 20 Minuten Zeit, sein Konzept zu präsentieren. Um die Stimmen von Team Stronach, Neos, Grünen und FP wurde bis zuletzt in Einzelgesprächen gebuhlt.
Grasl als auch Wrabetz gaben sich im Vorfeld zuversichtlich. Nach der Entscheidung kommentierte Grasl das Ergebnis damit, dass die Betriebsräte den Ausschlag gegeben hätten. Er gratulierte Wrabetz zur Wahl: "Ich möchte Alexander Wrabetz recht herzlich gratulieren, ich glaube es war ein Foto-Finish." Das Ergebnis war tatsächlich äußerst knapp, Wrabetz kam auf 18 Stimmen, Grasl auf 15. Zwei Stimmenthaltungen wurden gezählt.
18 Stimmen waren auch nötig, um die nächsten fünf Jahre lang dem ORF vorzustehen, Wrabetz konnte gerade diese Mindestanzahl erreichen. Bei Gleichstand hätte das Votum des Vorsitzenden Dietmar Hoscher (SPÖ) entschieden. Beide Kandidaten konnten auf jeweils 13 Stimmen aus dem SPÖ-nahen bzw. dem bürgerlichen Lager zählen. Am Nachmittag startete die geheime Abstimmung: Jeder Stiftungsrat füllte seinen Stimmzettel in einer Wahlzelle aus und warf ihn in die Urne ein.
In einer ersten Reaktion zeigte sich Wrabetz erleichtert: "Es ist eine große Freude, dieses fantastische Unternehmen weitere fünf Jahre führen zu dürfen. Es war eine ernstzunehmende Diskussion im Stiftungsrat mit sehr vielen, sehr intensiven Fragen."
Er kündigte an, dass es einen Technischen Direktor, einen Programmdirektor, einen Kaufmännischen Direktor und einen Radiodirektor geben wird.
Geheime Wahl am Nachmittag
FPÖ-Stiftungsrat Norbert Steger war bereits zuvor überzeugt, dass nach einem Jahr neu gewählt wird. Die FPÖ habe ihn bereits beauftragt, ein neues ORF-Gesetz zu gestalten. Am 15. September werden nun die neuen Fachbereichs- und Landesdirektoren bestellt. Die Bestellung zum neuen ORF-Chef erfolgt umgehend, offizieller Starttermin ist der 1. Jänner 2017.
In den vergangenen Wochen lieferten sich die beiden Kandidaten (Wrabetz und Grasl) ein beinhartes Match um die Stimmen, indem man versuchte, Stiftungsräte auf ihre Seite zu ziehen. Im Jahr 2011 war die Wahl bereits nach 4,5 Stunden geschlagen: Keine Gegenstimme für Wrabetz, sechs Enthaltungen. Dieses Mal war es um einiges knapper.
Lesen Sie auf der nächsten Seite alle Mitglieder des ORF-Stiftungsrats.
Von der Regierung entsandte Mitglieder:
Andrea Brem
Rudolf Ertl
Herbert Fechter
Martina Vitek Neumayer
Hewrig Hösele
Franz Küberl
Franz Medwenitsch
Rainer Rösslhuber
Andrea Schellner
Ländervertreter:
Martin Ivancsics
Siggi Neuschitzer
Alberich Klinger
Margit Hauft
Matthias Limbeck
Klaus Poier
Josef Resch
Alfred Geismayr
Norbert Kettner
Parteivertreter:
Wilfried Embacher
Dietmar Hoscher
Hans Peter Haselsteiner
Günter Leitold
Norbert Steger
Thomas Zach
Aus dem ORF-Publikumsrat:
Erich Fenninger
Walter Marschitz
Willy Mernyi
Siegfried Meryn
Petra Stolba
Daniela Zimmer
Aus dem ORF-Betriebsrat:
Gerhard Berti
Christiana Jankovics
Stefan Jung
Gerhard Moser
Gudrun Stindl