Ein bisschen Rennfeeling auch als Limousine

Die Giulia ist eine klassische Limousine im klassischen Alfa-Romeo-Look und trotzdem modern aufregend.
Alfisti, wie die Fans von Alfa Romeo in Italien genannt werden, schätzen bekanntlich zwei Dinge: Elegantes aber nicht krampfhaft luxuriöses Design, sowie die Rennsport-DNA der Marke, die sich vor allem in den sportlichen Motoren widerspiegelt. Und die neue Giulia hält in beiden Punkten, was das Image verspricht.

Die erste Giulia ging 1978 in Pension und es dauerte fast 40 Jahre, bis ihre Nachfolgerin kam. Doch das Warten hat sich ausgezahlt. Schön und ein bisschen wild ist die junge Italienerin – so wie man es mag. Harmonisch und durchdachtes Design, das sich von der Karosserie bis in den Innenraum zieht. Die Brücke zwischen klassischem Auto und modernem Look wurde gekonnt geschlagen. So ein Alfa hat halt irgendwie das gewisse Etwas.

Wir fuhren eine Giulia mit einem 2-Liter-Benzinmotor, der 200 PS und 330 Nm Drehmoment leistet. Dazu eine Achtgang-Automatik und Hinterradantrieb – da kommt Freude auf. Das Ganze gab es in der Ausführung "Super", die bei 44.300 Euro startet. Dank zahlreicher Extras kostet unser Gefährt jedoch 62.430 Euro.

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Schaltwippen zum Verlieben



Wir fühlen uns sofort in dem Auto wohl. Das liegt nicht nur wie eingangs beschrieben am gelungenen Design und den angenehm anzugreifenden Materialien, in erster Linie Leder. Die Giulia ist zwar eine Limousine, fährt sich aber schön sportlich ohne zu übertreiben. Okay, die Schaltwippen sind vielleicht etwas übertrieben, sorgen aber für ein wirklich tolles Fahrgefühl.

Die fest verbauten Schaltwippen sind nämlich so riesig, wie man sie sonst nur aus richtigen Sportwagen kennt. So sind sie aber stets perfekt zu bedienen. Nun möchte man meinen, eine 200 PS starke Limousine ist ja jetzt nicht übersportlich und ein modernes Achtganggetriebe wird die Arbeit ja schon gut erledigen.

Das stimmt natürlich, der Motor ist ordentlich kraftvoll, der Auspuff macht einen tollen Sound. Aber während bei den meisten Herstellern Schaltwippen eher alibimäßig verbaut sind, ändert sich mit ihnen im "Dynamic"-Modus einiges bei der Giulia. Sie wird nämlich noch spritziger.

Und so fahren wir öfter manuell und sportlicher als notwendig. Weil es Spaß macht. Das Bremspedal ist auch nicht zu weit rechts angebracht, sodass man es ganz gut mit dem linken Fuß bedienen kann. Haben wir schon gesagt, dass die Giulia Spaß macht?

Kein leichtes Blinken



Zwei Nachteile hat das Ganze aber: Erstens, mit einem Verbrauch von 10 Litern muss man schon rechnen. Mehr ist aber natürlich problemlos möglich. Und zweitens, man blinkt seltener. Denn wer nicht gerade mit den großen Händen eines Maurers gesegnet ist, der erreicht den Blinkerhebel aufgrund der riesigen Schaltwippen nur schlecht. Wenn also vor Ihnen einmal ein Giulia-Fahrer nicht blinkt, haben Sie bitte Verständnis.

Entsprechend sportlich ist übrigens auch die Rückbank: Trotz eines guten Radstands von 2,83 Metern ist die Beinfreiheit überschaubar. Allerdings ist die Giulia mit 4,64 Meter Länge auch eine eher kürzere Limousine. Der Kofferraum ist mit 480 Litern Volumen eigentlich nicht klein. Doch da der Wagen nur eine Heckklappe hat, ist das Verladen von größeren Gegenständen schwer.

Wir geben unsere Giulia ungern zurück. Denn wer gerne fährt, wird gerne mit der Giulia fahren.

Nav-AccountCreated with Sketch. Jörg Michner TimeCreated with Sketch.| Akt:
FahrberichtMotorAlfa RomeoJörg Michner

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