Buchneuerscheinung

"Alice" ist zurück – aber dieses Wunderland ist anders

Marlen Mairhofer erzählt in ihrem Debütroman "Alice" vom wundersamen Mädchensein. Am 27. August feiert ihr Debüt bei den O-Tönen Premiere.
Anna Wallinger
25.08.2026, 06:00
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Zahnlücken, Pferdezeitschriften, beste Freundinnen – und die seltsamen Seiten des Mädchenseins: In ihrem Debütroman "Alice" holt Marlen Mairhofer Lewis Carrolls Klassiker ins Heute. Am 27. August feiert das Buch bei den Wiener O-Tönen Premiere.

Wer "Alice" hört, denkt an Kaninchenbau, Grinsekatze und Wunderland. Marlen Mairhofer braucht all das nicht. Denn das echte Großwerden ist schon wundersam genug.

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Für ihren Debütroman "Alice" hat die 1991 in Steyr geborene Autorin Lewis Carrolls Klassiker noch einmal gelesen. Dabei fiel ihr auf, dass sich viele Erfahrungen seiner Alice seit 1865 kaum verändert hätten. "Man muss gar nicht erst in einen Kaninchenbau fallen, um sie nachvollziehen zu können", sagt Mairhofer im "Heute"-Interview.

Wer ihre Alice genau ist, bleibt bewusst offen. "Alice ist auch ein Spiel – ein Spiel mit der Sprache, ein Spiel mit Möglichkeiten." Ihre Heldin beschreibt sie mit fünf Worten: beharrlich, aufmerksam, wehrhaft, neugierig und offenherzig.

Die seltsame Welt des Mädchenseins

Im Roman geht es um "Aufwachsen, Mädchensein, Kleinsein, Großwerden" – und um die "vielen Seltsamkeiten des ganz Normalen". Pferdezeitschriften, beste Freundinnen, Zahnlücken und schrumpfende Kleidungsstücke werden Teil einer Welt, die Erwachsenen später fast wie ein ferner Traum erscheint.

Unheimlich oder monströs findet Mairhofer Kindheit aber nicht. Sie nennt sie lieber mit einem heute selten gewordenen Wort: "wundersam".

Und wie viel von ihr selbst steckt in Alice? Weniger eindeutig, als man denken könnte. "Nicht alles, was in der Literatur wie eine persönliche Erfahrung aussieht, geht auf eine autobiografische Begebenheit zurück", sagt Mairhofer. Für sie endet das autobiografische Ich ohnehin "in dem Moment, in dem man den Stift zur Hand nimmt".

Premiere bei den O-Tönen

Mairhofer studierte Germanistik und lebt in Salzburg. 2025 erschien ihre Dissertation über Marlen Haushofer, Ingeborg Bachmann und Hélène Cixous. Im selben Jahr wurde bereits das Manuskript von "Alice" mit dem Theodor-Körner-Förderpreis ausgezeichnet.

Am Donnerstag, 27. August, um 20 Uhr liest Marlen Mairhofer bei den O-Tönen auf der MQ Sommerbühne in Wien. Dort feiert "Alice" zugleich Buchpremiere – ein Wunderland ganz ohne Kaninchenbau.

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