Alijew doch ermordet? Justiz sieht "keine Wende"

Bild: Reuters/Helmut Graf/Heute.at-Montage

Im Februar 2015 wurde Rakhat Aliyew erhängt in seiner Zelle in der Josefstadt gefunden. Selbstmord, hieß es damals. Doch am Montag legten Anwälte ein neues Gutachten vor - der ehemalige kasachische Botschafter sei ermordet worden, so ein deutscher Experte.

Im Februar 2015 wurde Rakhat Aliyew tot in seiner Zelle in der Josefstadt gefunden. Selbstmord, hieß es damals. Doch am Montag legten Anwälte ein neues Gutachten vor - der ehemalige kasachische Botschafter sei ermordet worden, so ein deutscher Experte. 
Für die Justiz ist das neue Gutachten im Fall Alijew kein Grund, die bisherige Beweisführung über den Haufen zu werfen. "Von einer Wende kann nicht die Rede sein", sagte Sektionschef Christian Pilnacek am Dienstag auf Ö1.

"Es war Mord", hatte Rechtsmediziner Bernd Brinkmann am Montag gesagt. Dem Deutschen zufolge dürften sich ein ein oder mehrere Täter auf den Brustkorb des Kasachen gesetzt und ihm Mund und Nase zugehalten haben. Dann habe man die Leiche so aufgehängt, dass es nach Selbstmord aussah.

Sektionschef verweist auf eigene Gutachten

Reaktion der Justiz: "Die Staatsanwaltschaft Wien hat eine Reihe an gegenteiliger Beweise erbracht." Diese seien durch das Papier des deutschen Experten nicht entkräftet, so Pilnacek Die Gutachter der Justiz hatten an der Videoanlage und dem Zellenschloss keine Manipulationen gefunden; Alijew habe als selbstmordgefährdet gegolten.

Warten auf Papier aus der Schweiz

Nun soll ein Institut im Schweizer St. Gallen das neue Gutachten unter die Lupe nehmen. Es hatte bereits die zweite Obduktion am Leichnam Alijews durchgeführt. Bis Jahresende erwartet die Justiz eine Stellungnahme. Dann soll sich entscheiden, wie es weitergeht.

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