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Alkohol ist größte Gefahr im Straßenverkehr

Heute Redaktion
14.09.2021, 03:22

Zauberwort "DRUID" ("Driving under the influence of drugs, alcohol and medicines"; "Einfluss von Drogen, Alkohol und Medikamenten auf die Fahrtüchtigkeit"): Im Jahr 2011 wurde in Europa ein Projekt abgeschlossen, bei dem in 13 Staaten Tests bei 50.000 per Zufall ausgewählten Fahrzeuglenkern und 4.500 Kraftfahrern, die bei einem Unfall verletzt oder getötet wurden, durchgeführt wurden. Das Ergebnis, so der Europäische Drogenbericht 2012: Der Alkohol bleibt jedenfalls das größte Problem.

2012: Der Alkohol bleibt jedenfalls das größte Problem.

Wie sich herausstellte, hatten 3,5 Prozent der Fahrer getrunken, bei 1,5 Prozent der Getesteten war der allgemein zulässige Blutalkoholgehalt von 0,5 Promille (0,5 g/l) überschritten, wobei das Risiko, bei einem Verkehrsunfall ums Leben zu kommen, gegenüber den nüchternen Fahrern stark erhöht war.

Bei den Tests auf Spuren wurden in der Gruppe der willkürlich getesteten Kraftfahrer am häufigsten Tetrahydrocannabinol (THC/Cannabis) (1,3 Prozent) und Kokain (0,4 Prozent) gefunden. Der Nachweis von THC stand im Zusammenhang mit einem leicht erhöhten Risiko des Kraftfahrers, verletzt zu werden oder für einen tödlichen Unfall verantwortlich zu sein. Kokain und Amphetamin führten zu einem höheren Verletzungs- und Todesrisiko speziell bei den Lenkern von Fahrzeugen.

Psychoaktive Substanzen aus der Medizin (vor allem und Beruhigungsmittel aus der Klasse der Benzodiazepine) wurden bei 1,4 Prozent der Fahrer nachgewiesen; sie gingen mit einem signifikant erhöhten Risiko einher, bei einem Verkehrsunfall ums Leben zu kommen. Noch höher waren alle diese Risiken, wenn Substanzen zusammen mit Alkohol oder anderen Drogen eingenommen wurden, was in Europa häufig der Fall ist.

Illegalen Drogen in Europa

Wenn es um illegale Drogen geht, haben zwar viele Europäer schon einmal solche Substanzen konsumiert, doch der regelmäßige ist eher selten.

Cannabis: Zumindest einmal in ihrem Leben haben bereits 80,5 Millionen (23,7 Prozent) der europäischen Erwachsenen Cannabis benutzt. Eine von drei Personen hat Cannabiserfahrung (je nach Staat zwischen 0,3 und 14,3 Prozent).
Kokain: Konsum während der vergangenen zwölf Monate hatten etwa vier Millionen Erwachsene (1,2 Prozent; je nach Land zwischen 0,1 und 2,7 Prozent) oder eine von vier Personen mit Kokainerfahrung insgesamt.
Ecstasy: Etwa 11,5 Millionen Personen (3,4 Prozent der europäischen Erwachsenen) haben je die Partydroge Ecstasy geschluckt.
Amphetamine: 3,8 Prozent der Erwachsenen in Europa haben schon einmal Amphetamine eingenommen (13 Millionen). Diese Aufputschmittel sind vor allem in West- und Nordeuropa häufiger. Konsum während des vergangenen Jahres hatten etwa zwei Millionen Menschen (0,6 Prozent) oder eine von sechs Personen mit Amphetaminerfahrung (je nach Land zwischen Null Prozent und 1,1 Prozent der Bevölkerung).
Opioide: Problematische Opioidkonsumenten sind schätzungsweise 1,4 Millionen Europäer (Österreich: zwischen 30.000 und 34.000 Menschen). Drogeninduzierte Todesfälle machen vier Prozent aller Todesfälle unter Europäern im Alter zwischen 15 und 39 Jahren aus, wobei in etwa drei Vierteln der Fälle Opioide nachgewiesen wurden. Etwa 710.000 Personen mit problematischem Opiatkonsum haben im Jahr 2010 eine Substitutionsbehandlung erhalten.

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