All diese Länder zahlen weniger Steuern als wir

Die Regierung will die Steuerbelastung senken. Unsere Grafik zeigt, wie Österreich im europaweiten Vergleich dasteht.

Die Steuerquote senken – das ist eines der erklärten Ziele der türkis-blauen Regierung. An ihrer Klausur in Mauerbach wird sie am 10. und 11. Jänner die Details zur geplanten Steuerreform beraten.

Fakt ist: Heute zählt Österreich zu den Ländern mit den höchsten Steuern- und Abgabequoten in Europa. Laut einer Auswertung des Statistischen Amts der Europäischen Union (Eurostat) machten die Steuern, Abgaben und Sozialbeiträge 2017 hierzulande 42,4 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP), also der heimischen Wirtschaftsleistung aus.

Das ist der sechsthöchste Wert in Europa – nur Frankreich, Belgien, Dänemark, Schweden und Finnland haben noch höhere Steuerquoten.

Einen Überblick verschafft Ihnen unsere interaktive Karte:

(Quelle: Eurostat)

Am anderen Ende der Skala stehen Irland (23,5%), Rumänien (25,8%) und das Nicht-EU-Land Schweiz (28,5%). Eindrücklich: In Frankreich, dem Land mit den höchsten Steuern und Abgaben, ist die Steuerquote (48,4%) mehr als doppelt so hoch wie in Irland.

Quote sinkt in Österreich – und steigt in der EU

In Österreich ist die Steuerquote in den vergangenen zwei Jahren bereits leicht gesunken. Gleichzeitig ist sie in der Europäischen Union angestiegen – es findet also eine Annäherung statt. Der EU-Schnitt liegt bei 40,2 Prozent.

(Quelle: Eurostat)

Wie stark die österreichischen Steuerzahler mit der geplanten Reform entlastet werden, ist noch unklar. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hatte das Ziel formuliert, die Steuerquote auf 40 Prozent zu senken.

So könnte die Steuerreform aussehen



Wie die "Presse" am Mittwoch berichtet, dürfte die Reform in drei Etappen umgesetzt werden:

(Quelle: Eurostat)

Zuerst sollen im kommenden Jahr die Kleinverdiener entlastet werden. Dies, indem die Grenze für steuerfreie Einkommen angehoben wird. Zudem sollen die Sozialversicherungsbeiträge für kleine Einkommen gesenkt werden.

>>>> Wie sich die Lohnsteuer heute auf die Klein- und die Großverdiener verteilt, lesen Sie hier.

In einer zweiten Etappe sollen ab 2021 die Steuersätze gesenkt werden. Die ersten drei Tarifstufen betragen aktuell 25, 35 und 42 Prozent – neu sollen sie auf 20, 30 und 40 Prozent gsinken. Der Höchststeuersatz von 55 Prozent für Einkommen von über einer Million Euro pro Jahr, der eigentlich 2020 auslaufen sollte, wird voraussichtlich verlängert.

Im dritten Jahr der Reform, 2022, soll schließlich die Wirtschaft entlastet werden. Angepeilt wird eine Senkung der Körperschaftssteuer Richtung 20 Prozent. Auch soll die sogenannte kalte Progression abgeschafft werden. (jbu/ chk)

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