Innerhalb nur einer Woche hat sich die Corona-Situation in Österreich dramatisch verbessert. Und erstmals seit mehreren Monaten weist jedes einzelne Bundesland eine Inzidenz von teils weit unter 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern auf – was alle Länder aus der roten Gefahrenzone bringt. Selbst in Vorarlberg, wo die ersten Öffnungsschritte gesetzt wurden und die Zahlen anfangs stark anstiegen, liegt die Inzidenz nun bei rund 75.
Im Arbeitspapier der Ampel-Kommission, die am Donnerstag wieder tagt, ist deswegen keine einzige Rot-Schaltung vorgesehen. Im Gegenteil: Nachdem bereits in der Vorwoche das Burgenland und Niederösterreich auf Gelb heruntergestuft wurden, sollen nun Wien, Salzburg, Kärnten und die Steiermark folgen. Orange wird dagegen für Vorarlberg, Tirol und Oberösterreich erwartet, denn in diesen Bundesländer ist entweder die Inzidenz noch zu hoch oder einer der Risikofaktoren wie Alter der Erkrankten noch nicht im sicheren Bereich.
Bisher gibt es vier Farben auf der Corona-Ampel: Rot, Orange, Gelb und Grün, was in der Coronakrise von "sehr hohem" Risiko bis zu "geringem" Risiko reicht. Grün wird aktuell kein einziges Bundesland ausgewiesen, auch in Zukunft dürfte das nicht allzu leicht sein. Denn einerseits soll eine neue, fünfte Ampelfarbe eingeführt werden, um die Situation besser abbilden zu können – und andererseits soll die Vorgabe für eine Grünschaltung auf 5 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner sinken.
Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) hält aufgrund der guten Corona-Lage (Inzidenz unter 50) eine Lockerung für möglich. "Die ersten Öffnungsschritte funktionieren gut. Wir können am 10. Juni einen Zwischenschritt einlegen. Im Juli werden wir sehr breit öffnen. Dann sind wir auch mit den Impfungen so weit, dass das ruhigen Gewissens geht." Als fix gilt beispielsweise ab 10. Juni eine neue Sperrstunde um 24 Uhr.