Alle MA48-Müllautos künftig mit Abbiegeassistenten

Die MA 48 rüstete ihre Mistwagen mit Abbiegeassistenten aus. Im Bild: Umwelt-Stadtrat Jürgen Czernohorszky (Mitte) und Josef Thon (re.), Leiter der MA48
Die MA 48 rüstete ihre Mistwagen mit Abbiegeassistenten aus. Im Bild: Umwelt-Stadtrat Jürgen Czernohorszky (Mitte) und Josef Thon (re.), Leiter der MA48Votava
Immer wieder kommt es zu schlimmen Unfällen zwischen Lkw und Fußgehern oder Radlern. Die 48er "kübeln" jetzt den gefährlichen toten Winkel.

Die Stadt Wien hat in den vergangenen Monaten die Fahrzeuge der 48er mit einem Abbiegeassistenz-System nach- bzw. ausgerüstet – nun sind insgesamt 437 Lkw (größer als 7,5 Tonnen) damit ausgestattet. Bei Neufahrzeugen wird bereits seit 2019 ein Abbiegeassistent eingebaut. "Die Sicherheit von schwächeren VerkehrsteilnehmerInnen wie FußgängerInnen und RadfahrerInnen wird durch dieses System erhöht", betont Stadtrat Jürgen Czernohorszky.

System erfüllt spezielle Anforderungen eines Müllautos

Die Anforderungen an ein adäquates Abbiegeassistenzsystem für Müllsammelfahrzeuge unterscheiden sich zu anderen großen Nutzfahrzeugen: Beim Einsatz von Müllsammelfahrzeugen sind der Stopp- und Go-Verkehr sowie die zahlreichen Abbiegevorgänge nach rechts üblich. Außerdem bewegen sich die 48er MitarbeiterInnen bei ihrer Tätigkeit ständig im Nahbereich des Fahrzeuges. Einige Hersteller haben deshalb nun ihre Systeme an diese speziellen Bedürfnisse der 48er angepasst.

"Nach einer längeren Testphase im bestehenden Fuhrpark wurde ein Abbiegeassistenzsystem mit Bilderkennungssoftware ausgewählt", betont 48er-Chef Josef Thon. Das System Luis Turn Detect schlägt sowohl bei Annäherungen von der Seite als auch von hinten an. Bei Gefahr warnt das System optisch auf einem Bildschirm im Fahrzeug und akustisch durch "Piepsen".

Umweltstadtrat Jürgen Czernohorszky im Mistwagen
Umweltstadtrat Jürgen Czernohorszky im MistwagenVotava

437 Fahrzeuge damit ausgerüstet

Derzeit sind 364 Fahrzeuge der 48er und 73 Lkw anderer Stadt Wien-Abteilungen mit einem Abbiegeassistenten in Wien unterwegs. Darunter z.B. die Wiener Stadtgärten (MA 42), die Straßenverwaltung (MA 28) oder Wien Kanal. "In Summe sind 437 Fahrzeuge des städtischen Fuhrparks mit einem Abbiegeassistenten ausgerüstet: Dies ist ein wichtiger Schritt zur Erhöhung der Verkehrssicherheit", betont Jürgen Czernohorszky.

Alle Müllsammelfahrzeuge der 48er verfügten zuvor bereits über eine Rückfahrkamera und ein 7-Spiegelsystem: Ein EU-Front-Spiegel, zwei Bordsteinspiegel, zwei Rück- und zwei Weitwinkelspiegel – jeweils links und rechts. "Dieses Standardsystem der 48er übertrifft die derzeit bestehenden gesetzlichen Vorgaben und mit diesem System lassen sich tote Winkel weitgehend ausschließen", so Josef Thon. "Dennoch müssen alle VerkehrsteilnehmerInnen, FahrzeuglenkerInnen, FußgängerInnen und RadfahrerInnen, stets vorsichtig und rücksichtsvoll miteinander bleiben – das ist die beste Unfallprävention!"

Alle Müllsammelfahrzeuge verfügen zudem zum Schutz der MitarbeiterInnen über eine Trittbrettsteuerung. Steht jemand am Trittbrett, begrenzt die Steuerung bei einer Fahrt nach vorne die Geschwindigkeit auf maximal 30 km/h und verhindert das Zurückschieben völlig.

Zukünftige Entwicklung

Laut einer EU-Verordnung aus dem Jahr 2019 zur Typgenehmigung müssen ab 6. Juli 2022 neue Fahrzeugtypen und ab 7. Juli 2024 neue Fahrzeuge verpflichtend mit Abbiegeassistenten ausgestattet sein.

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