Österreich

"Alle Russen müssen sterben" – Steirer prügelte Frau

Nur wegen ihres russischen Namens am Türschild wurde eine Frau attackiert. Ein Mann läutete, schlug ihr dann mit der Faust ins Gesicht.
Christine Ziechert
08.03.2022, 15:56

Weil er einen russischen Namen am Türschild gelesen hatte, geriet ein Steirer (60) in Rage: Der Mann aus dem Bezirk Leoben klingelte an der Wohnungstür einer Familie in Graz. "Meine Freundin hatte mich fünf Minuten zuvor verlassen, deswegen habe ich die Tür aufgemacht, ohne nachzudenken, ob da ein Fremder ist", erzählt eine 48-jährige Frau der "Kleinen Zeitung".

Ohne ein Wort schlug der 60-Jährige der Frau sofort mit der Faust ins Gesicht, Blut lief über ihre Lippen und Zähne. Die 48-Jährige rief ihren Mann zu Hilfe und lief in Richtung des Schlafzimmers. Der Angreifer verfolgte sie und ging dann auch auf ihren Ehemann (39) los. Dabei schrie er laut dem Opfer: "Alle Russen müssen sterben. Ich bin da, um euch umzubringen."

„"Er gab an, dass er plötzlich am Türschild einen russischen Namen gesehen hat und daraufhin in Rage geraten ist" - Polizeisprecher Fritz Grundnig“

Der Steirer brach dem 39-Jährigen die Nase, trotzdem konnte der ehemalige Boxer den Mann niederstrecken und am Boden fixieren. Seine Frau lief auf die Terrasse und schrie um Hilfe. Nachbarn hörten die Hilferufe und verständigten die Polizei. "Er gab an, dass er plötzlich am Türschild einen russischen Namen gesehen hat und daraufhin in Rage geraten ist", so Polizeisprecher Fritz Grundnig zur "Kleinen Zeitung". Da der Verdächtige beinahe zwei Promille Alkohol im Blut hatte und wirre Angaben machte, wurde er dem Polizeiarzt vorgeführt und in ein Krankenhaus eingeliefert. Dort wird derzeit sein psychischer Gesundheitszustand untersucht.

Der Angriff ging an der russischen Familie nicht spurlos vorüber, auch der Sohn (7) bekam alles mit: "Ja, sicher habe ich jetzt Angst. Wie kann ich sicher sein, dass er nicht wieder kommt? Wenn der Postbote läutet, überlege ich tausendmal, wie ich die Tür aufmache", schildert die 48-Jährige der "Kleinen Zeitung". Laut Polizei schlägt sich eine antirussische Stimmung durch einen Anstieg von Angriffen noch nicht nieder. Allerdings werden solche Vorfälle durch einen eigenen Einsatzstab derzeit genau beobachtet. 

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