BMI-Inserate für rechte Verschwörungstheorien

FPÖ-Innenminister Herbert Kickl gab dem Magazin "Alles Roger?" nicht nur ein Interview, sondern bedachte es auch mit Inseraten.
FPÖ-Innenminister Herbert Kickl gab dem Magazin "Alles Roger?" nicht nur ein Interview, sondern bedachte es auch mit Inseraten.Bild: Denise Auer
Das Magazin "Alles Roger" von Excalibur-City-Betreiber Ronnie Seunig verbreitet rechte Verschwörungstheorien um George Soros. Erstmals inseriert dort das Innenministerium.
Der ungarischstämmige US-Milliardär George Soros ist das neue Feindbild zahlreicher Rechtsextremer und Rechtspopulisten, wie Ungarns Premier Viktor Orban. Diese unterstellen ihm, er habe die Flüchtlingsströme von 2015 mit verursacht und gezielt nach Europa "gelenkt". Auch das rechtslastige Magazin "Alles Roger?" von Ronnie Seunig, seines Zeichens Betreiber des Shopping Centers Excalibur City, schlägt in diese Kerbe.

In seiner aktuellen Ausgabe widmet sich das Magazin, das auch am rechtsextremen Kongress der "Verteidiger Europas" in Linz präsent ist, den antisemitischen Verschwörungstheorien rund um George Soros und die Flüchtlingskrise. Darüber berichtet die Forschungsgruppe Ideologien und Politik der Ungleichheit (FIPU) in ihrem Blog. Die Person Soros wird darin mit altbekannten antisemitischen Verschwörungstheorien rund um die Rothschild-Familie verknüpft.

Bereits in seiner ersten Ausgabe 2015 behauptete "Alles Roger?", das damals noch gratis verteilt wurde, dass die Flüchtlingsströme von den USA gelenkt seien, welche zu diesem Zweck die Terrormilit "Islamischer Staat" (IS) erfunden hätte. Außerdem wurden altbekannte Verschwörungstheorien um das WTC-Attentat und die jüdische Bankiersfamilie Rothschild wiedergegeben.

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Neu ist jedoch, dass sich das Magazin, das vom Mauthausenkommitee und dem Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands (DÖW) als tendenziell antisemitisch eingestuft wird, ganzseitige Inserate des Bundesministerium für Inneres (BMI) enthält. Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) gibt dem Magazin in der selben Ausgabe auch gleich ein Interview.

Zuletzt hatte FPÖ-Klubchef Johann Gudenus in einem Interview mit der "Presse" ähnliche Verschwörungstheorien über von Soros gelenkte Flüchtlingsströme mit "stichhaltigen Gerüchten" begründet. FPÖ-Infrastrukturminister Norbert Hofer nahm ihn daraufhin in Schutz und sagte, "Kritik an Soros" müsse erlaubt sein und habe nichts mit dessen Religion zu tun.

(red)

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