Alpenverein fordert "Gackerl-Sackerl" für Wanderer

Alpenverein startet Kampagne rund um Toilettengang am Berg
Alpenverein startet Kampagne rund um Toilettengang am BergAlpenverein
Der Alpenverein startet am Donnerstag eine humoristische Kampagne rund um ein echtes Tabu-Thema: den Toilettengang am Berg.

Das Projekt startet mit Kooperation der Landwirtschaftskammer Tirol, den Tiroler Schutzgebieten und der Initiative "Bergwelt Tirol – Miteinander erleben". Botschaften auf Schildern und Karten sollen auf die Folgen hinweisen, die Hinterlassenschaften für Flora und Fauna der Alpen haben können. Dazu rät der "Anwalt der Alpen" unter anderem zu einem "Sackerl fürs Gackerl".

Benutzte Taschentücher am Wegesrand sind nicht nur dem Alpenverein ein Dorn im Auge. Auch für das Ökosystem, das mit zunehmender Höhe immer sensibler wird, hat diese Verschmutzung schwere Folgen. Denn Taschentücher sind nicht "nur Papier", meistens sind diese gebleicht, beinhalten Weichmacher und andere Stoffe, um das "Papier" angenehmer zu machen.

Der Alpenverein lädt deswegen zu Klopapier – dieses verrottet um einiges schneller als herkömmliche Taschentücher. Im Optimalfall lässt man allerdings auch dieses nicht in der Natur zurück, sondern nimmt es mit bis zum nächsten Mistkübel, der nächsten Hütte oder gar zurück ins Tal. Helfen kann dabei ein Utensil, das in jeder Stadt oder den meisten Dörfern zur freien Entnahme steht: Das Sackerl fürs Gackerl.

Abstand zu Gewässern

Besonders wichtig ist auch das Abstandhalten zu Gewässern und Stadeln. "Das schont nicht nur Flora und Fauna, auch Bauern und Grundbesitzer sind froh darüber", so Benjamin Stern von der Naturschutzabteilung. "Neben der medizinischen Rucksackapotheke gehört also auch ein spezielles „Erste-Hilfe-Set“ für den Notdurft-Fall in den Rucksack, bestehend aus Klopapier und Beutel".

Alpenvereinspräsident Andreas Ermacora sagt: "Ziel ist zum einen, den sensiblen Hochgebirgslebensraum zu schonen, zum anderen, Konflikte mit anderen Lebensraumpartnern zu vermeiden".

Wo vorhanden, immer Toiletten-Infrastruktur nutzen

Abstand halten zu Bächen, Seen und Tümpeln

Klopapier verwenden (verrottet deutlich schneller als Papiertaschentücher) bzw. gebrauchtes Papier wieder mitnehmen

Notdurft einschaufeln oder unter Steinen/Zweigen verstecken oder im Tal entsorgen

Stadel, Reviereinrichtungen und Gerätschaften sind keine Klos

Das gilt auch für Hunde

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account leo Time| Akt:
ÖsterreichBergUmweltNaturFreizeit

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen