Alptraum Costa Concordia jährt sich zum zehnten Mal

Havarie vor der italienischen Insel Giglio: Die Costa Concordia rammte einen Felsen und sank.
Havarie vor der italienischen Insel Giglio: Die Costa Concordia rammte einen Felsen und sank.REUTERS
Bei der Havarie der Costa Concordia starben 32 Menschen. Der Vorfall war an Tragik kaum zu überbieten. Denn er hätte verhindert werden können.

Es sind Bilder, die sich in das kollektive Gedächtnis eingebrannt haben. Vor genau zehn Jahren kollidierte die Costa Concordia, ein riesiges Kreuzfahrtschiff mit rund 4.200 Menschen an Bord, vor der kleinen italienischen Urlaubsinsel Giglio mit einem vorgelagerten Felsen unter der Wasseroberfläche. Das Schiff havarierte, 32 Passagiere verloren ihr Leben. Erst 2014 konnte der Kreuzer unter großem Aufwand wieder geborgen werden.

Heute wurde wie jedes Jahr am Unglücksort der Verstorbenen gedacht. Blumenkränze und Kerzen wurden an dem Gedenkstein im Hafen von Giglio niedergelegt. In der Früh fand eine Gedenkmesse statt, für den Abend ist ein Fackelzug geplant. Um 21:45 Uhr, dem Zeitpunkt des Unglücks, sollen auf der ganzen Insel die Schiffssirenen und Kirchenglocken läuten. Danach folgt eine Schweigeminute.

Passagiere nicht über Vorfall informiert

Das Kreuzfahrtschiff war am Abend des 13. Jänners 2012 aus dem italienischenHafen Civitavecchia nahe Rom in See gestochen. Wenige Stunden später das Fiasko: Kapitän Francesco Schettino steuerte den 300 Meter langen Kollos zu nahe an die Küste. Es kam zur Kollision, der Schiffsrumpf wurde auf einer Länge von 70 Metern von den scharfen Felsen aufgeschlitzt. Wassermassen traten durch das Leck in den Bauch des Kreuzers ein.

Ein Großteil der Passagiere war gerade beim Abendessen, als das Unglück seinen Lauf nimmt. Viele wurden von den Wassermassen im Bauch des Schiffes eingeschlossen. Eine Dreiviertelstunde ließ die Besetzung die Fahrgäste im Ungewissen.

Evakuierung erst 45 Minuten nach Aufprall

Lautsprecherdurchsagen berichteten von Problemen mit der Stromversorgung. Die Menschen sollten in ihren Kabinen warten und Ruhe bewahren. Erst eine Stunde später kam es zur Evakuierung, doch an Bord war längst Panik ausgebrochen. Viele Menschen retteten sich in das kalte Wasser.

Verantwortlich für das Unglück wurde Kapitän Schettino gemacht. Er hatte das Kreuzfahrtschiff nicht nur zu nahe an die Küste gesteuert, sondern das Schiff auch vor vielen Passagieren verlassen. Mit einem Rettungsboot ließ sich Schettino von der Unglücksstelle wegbringen, während Dutzende noch immer um ihr Leben kämpften. 

16 Jahre Haft für flüchtenden Kapitän

Der heutigen Trauerfeier wird der Bruchkapitän auch dieses Jahr nicht beiwohnen können. Er wurde 2015 als Einziger wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung zu 16 Jahren Haft verurteilt. Bis heute weist er alle Anschuldigungen gegen ihn zurück. Er versuchte 2018 vergeblich, gegen sein Urteil zu berufen.

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