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"Als Fußballer ist es das schlimmste Gefühl, dass …"

Maximilian Wöber wurde im Champions-League-Achtelfinale zur tragischen Figur des 1:7-Debakels gegen die Bayern. Das sagt der Salzburg-Star.
Sebastian Klein
09.03.2022, 00:16

Salzburg verabschiedet sich mit einem Debakel aus der Königsklasse. Die Bullen geraten bei den Bayern nach einem heroischen 1:1 im Hinspiel unter die Räder. Am Dienstagabend setzt es im Achtelfinal-Rückspiel eine 1:7-Abfuhr.

Schon nach 23 Minuten steht es 0:3, ist für die Gäste im Grunde alles gelaufen. Zwei Spieler stehen im Mittelpunkt: Robert Lewandowski erzielt den schnellsten Hattrick der Champions-League-Geschichte. Salzburg-Verteidiger Maxi Wöber sieht bei allen drei Treffern nicht gut aus.

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Erst verschuldet er beide Elfmeter gegen den Polen durch Fouls, dann stimmt die Abstimmung mit Goalie Philipp Köhn nicht, Lewandowski staubt ab. Wöber bei "Sky": "Nach dem 1:1 haben wir uns natürlich Chancen ausgerechnet. Wir wollten die Bayern ärgern. Das ist in die Hose gegangen. Zu Beginn gleich einmal zwei Elfer verschuldet. Wir sind dann von Minute zu Minute mehr auseinander gebrochen. Dann ist uns nicht mehr gelungen, was uns bisher ausgemacht hat, aus jeder Situation herauszukommen. Bei den Bayern weiß man, die hören dann nicht auf, die wollen es zweistellig machen. Als Fußballer ist es das schlimmste Gefühl, dass man zur Pause rauskommt und weiß, es geht nur mehr darum, Haltung zu bewahren. Es wird einige Tage dauern, das zu verdauen. Das war richtig schlecht von uns, ein Aussetzer."

Nachsatz: "Aber wir dürfen diese Champions-League-Saison nicht schlechtreden, die war richtig cool." Salzburg schrieb mit dem ersten Einzug in die K.o.-Phase österreichische Sportgeschichte, überzeugte beim Remis im Hinspiel durch eine starke Leistung.

Nach dem 1:7 hängen aber die Köpfe. Auch bei Wöbers Kollegen. Rechtsverteidiger Rasmus Kristensen: "Das war ganz einfach zu sehen. Das war ein Gegner auf einem anderen Niveau. Wir haben am Anfang gute Chancen, wenn du die nicht machst, wird es bitter. Wir haben gekämpft, alles gegeben, aber es war einfach nicht genug. Es war über zwei Spiele sehr verdient, dass Bayern weiterkommt. Es hat nichts mit Fokus, Haltung, Spielplan, Taktik zu tun. Heute waren wir einfach gegen eine der besten Mannschaften in jeder Wertung schlechter."

Bullen-Keeper Philipp Köhn: "Die Enttäuschung ist jetzt sehr groß. Das Ergebnis ist jetzt so, wie es ist. Der Start war nicht ideal. Zwei Elfmeter zum Start - richtig bitter. Wir können auf die Leistung über die ganze Saison sehr stolz sein. Jetzt müssen wir uns auf die Bundesliga und den Cup konzentrieren. Wir schauen jetzt nach vorne."

Köhn weiter: "Wir haben uns zum ersten Mal als österreichische Mannschaft für die K.o.-Phase qualifiziert. Wir haben uns im Achtelfinale im Hinspiel eine gute Ausgangslage erarbeitet. Wir haben glaube ich viel für den österreichischen Fußball geleistet. Ob das 1:7 in der Höhe verdient ist? Ich weiß es nicht."

Robert Lewandowski zählt seine Tore.
IMAGO Images

Jaissle vermisste Haltung

Salzburg-Trainer Matthias Jaissle: "Die Erkenntnis, dass es ein extrem bitterer Abend war. Dass du mit 1:7 heimfährst, haben wir uns nicht vorgenommen. Wir haben es nicht geschafft, die Tugenden aus dem Hinspiel auf den Platz zu kommen. Dann sind wir nicht die einzige Mannschaft, die hier unter die Räder kommt. Wenn du als jüngste Mannschaft da so schnell 0:4 zurückliegst, ist es nicht leicht, da Haltung zu bewahren. Dem einen oder anderen Spieler ist das gelungen. Den anderen leider nicht."

Jaissle hadert mit dem Corona-Ausbruch im Team, der mehr als ein Dutzend Spieler nach dem Hinspiel vorübergehend außer Gefecht setzte: "Wir waren nicht auf dem Level des Hinspiels. Wir hatten keine ideale Vorbereitung. Das hat man heute gesehen, dass nicht jeder bei 100 Prozent war. Jetzt nach dem Spiel ist es bitter. Es schmerzt auch, sich so aus der Champions League zu verabschieden. Ich möchte ein großes Lob aussprechen, wir haben mit dem Einzug ins Achtelfinale Historisches geschafft. Auch, wenn es sich nach so einem Abend vielleicht blöd einhört, darf man das nicht vergessen."

Salzburg-Sportchef Christoph Freund: "Die Spieler sind enttäuscht. Wir haben uns viel vorgenommen, das ist in die Hose gekommen. 1:7 zu verlieren – das war eine richtige Lehrstunde. Jetzt müssen wir wieder aufstehen. Das ist wichtig. Jetzt ist einmal eine Leere da. Aber es wartet gleich ein Kracher gegen Sturm Graz."

Freund über das Spiel: "Man weiß, wenn die Bayern ins Spielen kommen, sind sie eine der besten Mannschaften Europas. Wir wollten dann noch Haltung zeigen. Aber 1:7 sagt glaube ich alles. Mich ärgert, dass wir dann am Schluss noch die Tore zu leicht herschenken. Das ist unnötig. Bei 1:5 ist klar, dass wir nichts mehr holen, aber trotzdem richtig fighten und kein Tor mehr bekommen."

Freund bilanziert positiv: "Wir haben einen überragenden Herbst in der Champions League gespielt. Es war ein Erfolgslauf. Jetzt ist es ein bitteres Ende. So ein Spiel haben die meisten noch nicht erlebt. Trotzdem muss man dann aufstehen. Wir wollen die zwei Nationalen Titel holen."

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