Ein früherer Funktionär des SCR Altach ist am Montag am Landesgericht Feldkirch zu sieben Monaten bedingter Haft und 1.200 Euro unbedingter Geldstrafe verurteilt worden. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Schweizer hatte Spielerinnen des Frauen-Teams über Jahre hinweg heimlich in der Garderobe und unter der Dusche gefilmt.
Laut Anklage fertigte er zwischen 2018 und 2025 mit einem versteckten Smartphone sowie durch das Schlüsselloch Bild- und Videoaufnahmen an. 15 Mädchen und junge Frauen wurden als Opfer genannt. Der Angeklagte zeigte sich zu diesen Taten geständig.
Nicht schuldig bekannte er sich zum Vorwurf des Besitzes von Darstellungen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen. Auf Handy und Laptop waren entsprechende Dateien gefunden worden, wobei bei einem Teil technisch nicht ausgeschlossen werden konnte, dass sie unbeabsichtigt gespeichert wurden. Nachgewiesen wurden ihm jedoch kostenpflichtige Abos einer mittlerweile geschlossenen Streamingplattform, über die er über längere Zeit Inhalte von Kindesmissbrauch konsumiert haben soll.
Das Gericht sprach von einem schweren Vertrauensbruch und der Ausnutzung einer geschützten Sphäre. Die bedingte Haftstrafe wurde mit einer Probezeit von drei Jahren festgesetzt. Zudem wurde den betroffenen Spielerinnen ein Teilschmerzensgeld von jeweils 625 Euro zugesprochen. Der Verurteilte akzeptierte das Urteil, die Staatsanwaltschaft prüft noch mögliche Rechtsmittel.