Der Fall Yann Massombo sorgt weiter für mächtig Zündstoff in der Bundesliga. Der 26-Jährige weigerte sich nach dem Abschlusstraining der Altacher, in den Mannschaftsbus zum Auswärtsspiel bei Sturm Graz zu steigen. Der Grund: Die Grazer wollen den Offensivspieler verpflichten, und er will nicht gegen seinen möglichen künftigen Arbeitgeber spielen.
Vor dem Spiel gegen die Steirer bezog nun sein Trainer Ognjen Zarić zur Causa Stellung – und sparte nicht mit Kritik.„Jeder kann sich seine eigene Meinung dazu bilden. Ich habe eine klare Meinung, und ich glaube, es ist gut, wenn ich die für mich behalte“, erklärte der Coach.
Dann wurde der Altach-Trainer deutlicher und rechnete mit dem Verhalten seines Schützlings ab: "Es gibt einen Fall, den ich ethisch und moralisch nicht nachvollziehen kann. Es geht um Respekt. Ich bin gespannt, wie der ÖFB bei so etwas reagiert."
Sturm-Trainer Fabio Ingolitsch, der selbst erst im vergangenen Winter von Altach nach Graz gewechselt ist, bestätigte das Interesse der Steirer. "Ein richtig guter Spieler, ein interessanter Spieler für mich und den Verein", sagt Ingolitsch über Massombo.
Dass Spieler während einer Wechselperiode Interesse wecken, sei für ihn grundsätzlich nichts Außergewöhnliches. "In der Transferperiode ist es part of the game, dass Spieler Chancen bekommen und Begehrlichkeiten wecken", meinte der Trainer diplomatisch.
Auch Sturm-Sportchef Michael Parensen hielt sich bei seinen Aussagen zurück. "Massombo ist ein sehr interessanter Spieler, der in Österreich gute Leistungen gezeigt hat. Alles andere liegt nicht in unseren Händen. Wir haben nichts damit zu tun. Das liegt an Altach und dem Spieler", erklärt Parensen.
Eine deutlichere Meinung zum Verhalten von Massombo hatte Sturm-Legende Stefan Hierländer. Der langjährige Kapitän richtet eine klare Botschaft an Spieler, die trotz laufenden Vertrags einen Transfer durch einen Streik erzwingen wollen. "Ich habe irgendwo einen Vertrag. Mach das ordentlich. Weil es gibt auch einen abnehmenden Verein und die sehen das", stellt Hierländer klar.
Massombos Vertrag in Altach läuft noch bis 2027 und beinhaltet eine Option auf ein weiteres Jahr. Für einen Wechsel müssten sich Sturm und die Vorarlberger deshalb auch auf eine Ablösesumme einigen. Eine Entscheidung soll erst nach dem direkten Bundesliga-Duell fallen.