Wiener Neustadts Bürgermeister Klaus Schneeberger (ÖVP) hat sich nun offiziell zum geplanten Umbau des historischen Rathauses geäußert, in das er vor etwas mehr als zehn Jahren, im April 2015, eingezogen war. Die Übersiedlung verschiedener Abteilungen der Stadtregierung in Übergangsquartiere ist bereits angelaufen – Schneeberger sieht darin ein "ganz wesentliches Zukunftsprojekt" seiner Stadt.
Anfang März soll das historische Gebäude am Hauptplatz, das auf 600 Jahre Geschichte verweist, komplett leer sein. Schrittweise beginnen danach in dem denkmalgeschützten Gebäude Bauarbeiten, für die vorab 20 Millionen Euro veranschlagt wurden. Der Abschluss der Arbeiten wurde für das Frühjahr 2028 vorausgesagt. Dadurch soll nicht nur die Bausubstanz erhalten werden, sondern auch moderne und barrierefreie Zugänge geschaffen werden.
Bürgermeister Schneeberger betont: "Es geht dabei einerseits um die Sicherung eines der wichtigsten Denkmäler Wiener Neustadts mit einer über 600-jährigen Geschichte, zweitens schaffen wir damit die Rahmenbedingungen für ein zeitgemäßes und barrierefreies Bürgerservice."
Auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung würden damit endlich passende Arbeitsbedingungen geschaffen werden. In rund eineinhalb Monaten, Anfang März, muss das Haus gänzlich leergeräumt sein. Im Alten Rathaus arbeiteten bisher 66 Personen.
1401 erstmals urkundlich erwähnt, wurde das ursprünglich gotische Gebäude ab Mitte des 16. Jahrhunderts umgestaltet. Dabei entstand ein Rathausturm und die Arbeiten zogen sich bis ins 17. Jahrhundert hinein. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts tauschten Rathaus und Gericht kurzzeitig die Standorte. Durch einen Brand wurde das Rathaus allerdings 1834 schwer beschädigt. Die Stadt kaufte anschließend die Nachbarhäuser am Hauptplatz 2 und 3. Bei der Renovierung in den 1930er-Jahren wurden mittelalterliche Wappensteine an der Fassade angebracht. Das Neue Rathaus entstand nach dem Abriss der alten Bezirkshauptmannschaft ab 2005 und ging im Jänner 2007 in Betrieb.
Die politischen Büros etwa des Vizebürgermeisters, der Stadträte und auch die Klubzimmer werden samt Portier und Baudirektion in ein Übergangsquartier in die Bräunlichgasse verlegt. Auch die Finanzverwaltung, das Personalmanagement, die Abteilung für Strafen und Exekutionen und das Kontrollamt finden sich künftig dort ein. Ebenso die Verwaltung der Bereiche Sport, Integration, Personalvertretung und Pensionisten.
Für das Flächenmanagement der Stadt und die Abteilung Geoinformation wurde zusätzlich ein Übergangsquartier in der Adlergasse gefunden.
Im Neuen Rathaus befinden sich künftig das Büro des Bürgermeisters, die Magistratsdirektion sowie die Rathauskommunikation samt Ersatzportier. Auch Trauungen finden künftig im Neuen Rathaus statt, jedoch mit der Möglichkeit zur Buchung von Außentrauungen an anderen Orten, wie dem Bürgermeistergarten, dem Pavillon im Stadtpark, aber auch im Sparkassensaal, Lokalen und privaten Gärten.
Wenn alle Abteilungen übersiedelt sind, werden die Parteienverkehrszeiten in den einzelnen Übergangsquartieren unverändert bleiben. Für die Übersiedelungen wurde die Firma "Lang Moving" engagiert, ein Unternehmen, das einschlägige Erfahrung mit derartigen Projekten vorweisen kann und bereits die Übersiedlung des Wiener Parlaments durchgeführt hat.
Der Umbau des Alten Rathauses präsentiert sich als umfassende Erneuerung: Alle Räumlichkeiten, Gänge und die komplette Haustechnik werden erneuert. Dabei steht Barrierefreiheit im Zentrum der Planung. Sie sieht auch den Einbau von Aufzügen vor.
Wer das Alte Rathaus noch einmal sehen will, bevor der Umbau beginnt, hat am 14. März von 10 bis 13 Uhr die Gelegenheit dazu. Dann nämlich lädt der Bürgermeister zum Tag der offenen Tür ein. Und Stadtbaudirektor Manfred Korzil wird dann interessierte Gäste durch das leere Gebäude führen. Als Draufgabe erwartet sie dann eine kleine Ausstellung über die Geschichte des Hauses.