Im Internet kursiert seit Jahren ein Tipp, der angeblich das WLAN verbessern soll: Einfach Alufolie hinter den Router stellen und schon wird das Signal stärker. Klingt zu einfach, um wahr zu sein - und genauso ist es auch.
Bei einem Test mit einem selbstgebastelten Reflektor aus Alufolie und Schuhkarton zeigte sich zwar eine gewisse Verbesserung: Die Signalstärke stieg von 16 auf 22 Prozent, der Durchsatz von 92 auf 124 Mbit/s.
Doch wie inside-digital.de unter Berufung auf CHIP berichtet, raten die Tester unterm Strich trotzdem davon ab. Der Grund: Die Werte schwankten im Stundentakt stark. Eine dauerhafte Verbesserung konnte nicht bestätigt werden. Das Fazit lautet: "Wenig empfehlenswerte Lösung".
Das Problem ist grundsätzlicher Natur. Ein Alu-Reflektor erzeugt keine zusätzliche Sendeleistung, er verteilt die vorhandene nur um. Was in eine Richtung mehr geht, fehlt in allen anderen. Damit ist er auch kein Repeater, auch wenn er im Netz oft so genannt wird.
Hinzu kommt: Die meisten modernen Router haben keine sichtbaren Antennen mehr, sondern interne. Wo sie genau sitzen und wohin sie strahlen, weiß man als normaler Nutzer nicht. Das Ausrichten wird damit zum Ratespiel.
Wer schlechtes WLAN hat, sollte zuerst den Standort des Routers optimieren - möglichst zentral und frei aufstellen. Reicht das nicht, ist ein Repeater die bessere Wahl. Dabei gilt: Er gehört nicht ins Funkloch, sondern auf halber Strecke davor. Ein Repeater kann nur weitergeben, was er selbst sauber empfängt.
Am besten funktionieren Mesh-Systeme, bei denen mehrere Zugangspunkte koordiniert zusammenarbeiten. Diese kosten zwar mehr, liefern aber zuverlässig gutes WLAN in der ganzen Wohnung - ganz ohne Alufolie und Bastelei.